Samsung wiederverwendet alte Galaxy-Handys für medizinische Untersuchungen

Überholte Smartphones werden mit Spezialobjektiven für mobiles Augen-Screening in Entwicklungsländern genutzt. Das könnte vielen Menschen die Sehkraft retten.

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Auge, Künstliche Intelligenz, KI

(Bild: Orlando, gemeinfrei (Creative Commons CC0))

Von
  • Frank Schräer

Samsung nutzt ältere Galaxy-Smartphones in Verbindung mit einer speziellen Kamera für mobile Augenuntersuchungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die ausgelaufenen Handys werden dabei nicht nur für Bildaufnahmen verwendet, sondern sollen die Fotos auch analysieren, um Augenkrankheiten zu erkennen. Damit sind medizinische Untersuchungen deutlich günstiger und einfacher durchzuführen als bei einem Augenarzt.

Nach Angaben von Samsung wird die Eyelike-Funduskamera zusammen mit den wiederverwendeten Galaxy-Smartphones bereits in Vietnam, Indien, Marokko und Papua-Neuguinea eingesetzt. Dort werden Patienten mit dieser Diagnosekamera auf Erkrankungen untersucht, die zur Erblindung führen können, einschließlich diabetischer Retinopathie, Glaukom und altersbedingter Makuladegeneration.

Samsung EYELIKE (3 Bilder)

EYELIKE fundus camera displays at Samsung Developer Conference 2019
(Bild: Samsung)

Während das aufgesetzte Kameraobjektiv den Augenhintergrund erfassen kann, speichert das Handy die Bilder. Diese werden laut Samsung direkt auf dem Smartphone mit Methoden künstlicher Intelligenz analysiert für eine erste Diagnose. Eine verbundene App schlägt dann Behandlungsmethoden vor.

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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden mindestens 2,2 Milliarden Menschen an einer Form von Sehbehinderung. Fast die Hälfte dieser Fälle war vermeidbar oder muss noch behandelt werden. Im Rahmen des "Galaxy Upcycling Programms" mit wiederverwendeten Smartphones will Samsung rund eine Milliarde dieser Fälle von Sehbehinderung adressieren.

Das ist nicht neu. Schon Anfang 2019 hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) erklärt, dass Augenuntersuchungen mit einer modifizierten Handykamera durchgeführt werden können. Schwere Augenerkrankungen sollen auf diese Weise früh erkannt und behandelt werden. Dies soll vor allem Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern zugutekommen.

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Aber auch in Deutschland ist der Einsatz denkbar. Die DOG erklärte, der große Vorteil dieser Methode sind die geringen Anschaffungskosten für die Geräte und die hohe Mobilität. In Pflegeheimen oder ländlichen Regionen könnten die Augen bettlägeriger Patienten einfacher untersucht werden. Im Anschluss sollen die aufgenommenen Bilder laut DOG an eine Augenklinik zur Ansicht und Beurteilung übermittelt werden.

(fds)