Satelliten-Notruf: Wie Apples neues iPhone-14-Feature arbeitet

Bald kann man auch dann mit Apple-Smartphones Hilfe holen, wenn kein Mobilfunkempfang besteht. Das Feature ist clever umgesetzt, hat aber Einschränkungen.

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Auf der Suche nach dem Satelliten hilft das iPhone mit einem eigenen Interface.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan
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Schon im vergangenen Jahr gab es erste Gerüchte, dass Apple seine iPhones mit Satellitenfunk ausrüsten wollte. Doch es dauerte schließlich bis zum in dieser Woche präsentierten iPhone 14 und iPhone 14 Pro, bis die Umsetzung kam. Das Feature hat seine Besonderheiten und ist auch nur für spezielle Fälle gedacht, zudem wird es anfangs nur in wenigen Märkten verfügbar sein. Hier ein Überblick, was geht und was nicht.

Apple ernennt die neue Satellitenkommunikation bei iPhone 14, 14 Plus, 14 Pro und 14 Pro Max explizit zum Notruf-Feature – der vollständige Name lautet "Emergency SOS via Satellite". Man kann also nicht einfach in nicht vom Mobilfunknetz abgedeckten Bereichen via Satellit surfen oder telefonieren. Stattdessen handelt es sich um ein Messagingfeature, das auf Textbotschaften basiert. Diese werden von Apple zunächst durch einen speziellen Kompressionsalgorithmus geleitet, damit möglichst wenig Satellitenbandbreite benötigt wird.

Befindet man sich außerhalb einer Zone mit Mobilfunkempfang, kann man Emergency SOS via Satellite aktivieren. Das soll ab November 2022 via Softwareupdate für iOS 16 freigeschaltet werden. Anfangs steht der Satellitenfunk nur in den Vereinigten Staaten (inklusive Puerto Rico und Jungferninseln, aber nicht in Guam und American Samoa) sowie Kanada zur Verfügung. Wann andere Weltregionen abgedeckt werden, hat Apple noch nicht verraten. Internationale Reisende können die Funktion nutzen, allerdings nicht, wenn sie ihr iPhone 14 in Festland-China, Hongkong oder Macao erworben haben. Zudem können bestimmte nördliche Regionen von Kanada und Alaska keinen Satellitenzugang haben – Regionen oberhalb eines Breitengrades von 62 Grad werden nicht abgedeckt.

Um Emergency SOS via Satellite zu verwenden, muss man zunächst einen Kontakt zum Satelliten herstellen. Dies ist nur im Freien möglich. Apple hat dem iPhone dazu ein eigenes Interface spendiert, das helfen soll, das iPhone korrekt auszurichten. Es muss zudem eine klare Sicht auf den Himmel und den Horizont geben. Unter Bäumen sollte man am besten nicht stehen, auch Berge und andere hohe Strukturen können das Signal blockieren.

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Ist die Verbindung hergestellt, kann man mit der Kommunikation starten. Diese erfolgt über die Nachrichten-App. Apple hat dabei einen Fragebogen inkludiert, mit dem man schneller seinen Notfall schildern können soll. Zudem werden Ort und Höhe des Verunfallten übertragen, weiterhin die verbliebene Akkulaufzeit. Auch eine Kommunikation mit den Notrufkräften ist möglich, diese können per iMessage antworten. Das System soll so gestaltet sein, dass es auch dann funktioniert, wenn eine Notrufzentrale nicht über Möglichkeiten zur textlichen Kommunikation verfügt. Apple wandelt dann Text in Sprache um. Unterstützt werden anfangs US-Englisch, US-Spanisch und kanadisches Französisch. Das Senden einer Nachricht kann bis zu 15 Sekunden dauern, schlimmstenfalls sogar mehr als eine Minute.

Appple hat bislang nicht kommuniziert, welche technische Basis das Unternehmen verwendet. Es wird damit gerechnet, dass es sich um die Globalstar-Satellitenplattform handelt. Elon Musk, Chef von Tesla, SpaceX und dem Satelliten-Internet-Anbieter Starlink, hat nach eigenen Angaben "vielversprechende Gespräche" mit Apple geführt. Herausgekommen ist dabei allerdings bislang nichts. Das iPhone-Team sei aber "supersmart", so Musk.

Neben der Notruffunktion kann man Satellitenfunk auf iPhone 14 und Co. auch für eine weitere Funktion nutzen: Das Absenden der aktuellen Positionsdaten über Apples "Wo ist?"-App. Eine Kommunikation hierüber ist aber nicht möglich, es soll nur helfen, den aktuellen Ort an Familie und Freunde zu übermitteln. Sowohl dieses Feature als auch Emergency SOS via Satellite sind für iPhone-Nutzer zunächst kostenlos. Das gilt allerdings nur für die ersten zwei Jahre. Was danach passiert, hat Apple noch nicht verraten – die Technik dürfte dann zum Aboservice werden, mit bislang unbekanntem Preis.

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(bsc)