Satelliten-SOS im iPhone 14: Erste Hinweise auf die Technik

Die Technik hinter Apples neuer Satelliten-SOS-Funktion blieb bei ihrer Vorstellung ein Geheimnis. Jetzt gibt es einige neue Erkenntnisse hierzu.

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 Ein Satellit umkreist die Erde

(Bild: Andrey Armyagov/Shutterstock.com)

Von
  • Malte Kirchner

Ganz gelüftet ist das Geheimnis um die Technik hinter Apples Satelliten-Notruf im iPhone 14 noch nicht. Doch Hardware-Komponenten und Aussagen Apples fügen dem Puzzle einige neue Teile hinzu. Neuen Angaben zufolge hat der Hersteller aus Cupertino eigene Antennenteile angefertigt, greift aber bei der Verarbeitung der Signale offenbar auf ein Modem von Qualcomm zurück.

Ein Bericht der US-Nachrichtenagentur Reuters zitiert ein Statement Apples, demzufolge im iPhone 14 "eigene Hochfrequenzkomponenten und eine neue, vollständig von Apple entwickelte Software" die Funktion ermöglichen. Der Notruf per Satellit wird von Apple zunächst in den USA und Kanada eingeführt und startet dort im November. Wann weitere Länder folgen, ist noch unklar.

Die neue Funktion soll Menschen helfen, die sich jenseits der Mobilfunknetze aufhalten und Hilfe benötigen. Dazu richten sie das iPhone gen Himmel und bekommen auf dem Display Anweisungen angezeigt, wie sie den Satellitenkontakt herstellen können. Da das iPhone nicht über eine für Satellitentelefonie übliche große Antenne verfügt, ist Sprachtelefonie nicht möglich. Stattdessen können nur kleine Textbotschaften gesendet werden, die Apple stark komprimiert und die trotzdem laut Apples Präsentation einige Zeit für die Übertragung benötigen.

Der Reparaturwerkzeug-Hersteller iFixit hat jetzt beim Auseinanderschrauben des iPhone 14 entdeckt, dass Apple in der neuen Modellgeneration auf den Qualcomm X65 Chip zurückgreift und dieser die Satellitenfunktion ermöglicht. Verschiedene Medien spekulieren, dass dabei das Band 53 eine Rolle spielen könnte, ein Frequenzband, das vom Satellitenbetreiber Globalstar genutzt wird, mit dem Apple bei seinem Notruf zusammenarbeitet. Dagegen spricht, dass das Band 53 laut bisherigen Darstellungen Globalstars für terrestrische Zwecke genutzt wird und dort als LTE-Band fungiert. Qualcomm äußerte sich gegenüber Reuters nicht zu dem Thema.

Sollte Apple im Hinblick auf Satellitenkommunikation abhängig von Qualcomm werden, wirft das auch Fragen zu Apples angeblichen Plänen für eigene Modemchips auf. Apple und Qualcomm waren längere Zeit entzweit wegen der Lizenzkosten für Qualcomms Chips und wegen Patentfragen. Apple setzte eine Weile auf Modemchips von Intel, die jedoch qualitativ nicht an die von Qualcomm heranreichten. Später übernahm Apple die Modemsparte von Intel. Parallel dazu ist Apple aber dazu zurückgekehrt, Qualcomm-Modems in seine iPhones einzubauen. Laut Medienberichten arbeitet Apple an eigenen 5G-Modem-Chips, unter anderem auch in Deutschland. Zuletzt hieß es jedoch, dass sich deren Einsatz noch verzögere. Frühestens 2024 sei mit dem Wechsel zu rechnen.

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(mki)