CES

Saugroboter denken mit

Die CES ist seit Jahren auch ein Eldorado für Saugroboter. Jüngste Highlights: Intelligenz, Selbstreinigung und clevere Wischfunktionen.

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(Bild: Samsung)

Von
  • Stefan Porteck

Samsung hat im Rahmen der CES den JetBot 90 AI+ vorgestellt, der zwei praktische Features in einem Gerät vereint: Der Saugbot erkennt Hindernisse mit Hilfe künstlicher Intelligenz und leert sich selbstständig.

Im JetBot steckt neben dem fast schon obligatorischen Lidar-Sensor zur Raumerkennung zusätzlich eine Frontkamera, deren Bilder mittels KI der Objekterkennung dienen. Damit sollen kleinere Hindernisse wie Kabel, Schnürsenkel oder Hinterlassenschaften von Haustieren erspäht und umfahren werden. Nach der Reinigung kehrt der JetBot auf seine Ladestation zurück, die mit einem eigenen Sauggebläse und einen Staubbeutel ausgerüstet ist. Sie saugt nach jeder Reinigung den Saugbehälter des JetBot leer. Im Alltag soll der Beutel der Station laut Samsung genug Fassungsvermögen für rund zwei Monate wartungsfreien Betrieb bieten.

Mit seiner Kamera und KI erkennt der Samsung-Bot auch kleine Hindernisse, die der Laser-Sensor übersieht.

(Bild: Samsung)

Eine Ladestation, die den Bot entleert, bekommt man auch bei einigen Roomba-Modellen des Herstellers iRobot – bislang aber nur bei den teuren Bots. Zur CES verkündet iRobot nun den europäischen Marktstart des Roomba i3 und i3+. Beide Modelle sollen den günstigen Einstiegsbereich bei iRobot abdecken. Der i3 kostet laut iRobot 450 Euro und der i3+ mit absaugender Ladestation 700 Euro.

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Interessant ist bei den ansonsten identischen Saugbots, dass iRobot für die Navigation im Raum sowohl auf Kameras als auch Lidar-Sensoren verzichtet. Stattdessen haben beide Modelle einen IR-Sensor an der Unterseite, der den Boden optisch abtastet und zusammen mit einem Gyro-Sensor und Radsensoren den Geradeauslauf sicherstellen soll. Zusammen mit den IR-Hindernis-Sensoren in der Front sollen der i3 und der i3+ sich ebenfalls im Raum zurechtfinden und alle Räume der Reihe nach in parallelen Bahnen reinigen. Ein interessanter Ansatz, der ohne bewegliche – und damit anfällige – Teile auskommt und vielleicht bei einigen Kunden wegen der fehlenden Kamera weniger Sorgen über Datenschutz hervorruft.

Der Roomba i3+ soll auch ohne Kamera und Lidar sicher navigieren. Die Basisstation saugt seinen Behälter nach der Reinigungsfahrt automatisch leer.

(Bild: iRobot)

Technisch bedingt lässt sich der i3 und der i3+ aber nicht an eine gewünschte Stelle der Wohnung schicken, und auch auf im Grundriss festlegbare No-Go-Zonen muss man verzichten. Da beide Bots die gründlichen AeroForce-Bürstenwalzen der teureren Roombas nutzen, könnte so mancher Kunde das als fairen Kompromiss zwischen Features und Preis ansehen.

Eine absaugende Ladestation wird im Laufe des Jahres auch bei Roborock verfügbar sein. Zusätzlich führt der chinesische Hersteller mit dem auf der CES vorgestellten S7 eine grundsätzliche Neuerung ein. Die Bürstenwalze ist jetzt wie bei iRobot-Saugern aus Gummi und zusätzlich federgelagert, wodurch sie sich Bodenunebenheiten – etwa beim schrägen Auffahren auf Teppichen – besser anpassen soll.

Beim Thema Teppich gibt es mit der VibraRise genannten Technik ein neues Feature: Sofern der Wischmopp für die optionale Nassreinigung montiert ist und der Bodensensor des S7 Teppich erkennt, wird das Wischtuch automatisch angehoben, sodass es den Teppich nicht berührt. Man braucht also in der App keine gesonderten No-Go-Zonen für die Nassreinigung festzulegen. In der Ladestation hebt sich der Mopp ebenfalls, damit Holzböden durch die Feuchtigkeit nicht aufquellen, falls man den Mopp nach der Reinigung nicht sofort entfernt.

Der Wischmopp an der hinteren Unterseite vibriert nun während der Reinigung, um Schnutz besser zu entfernen. Auf Teppichen hebt der S7 den Mopp automatisch an.

(Bild: Roborock)

Während der Nassreinigung soll ein Vibrationsmotor am Wischmodul mit schnellen Hin- und Herbewegung des Wischtuches eingetrocknete Verschmutzungen besser lösen. Die Vibrationsintensität lässt sich zwischen 1650 und 3000 Schwingungen pro Minute einstellen. Sollte die höchste Stufe nicht ausreichen, lässt sich darüber hinaus festlegen, dass jeder Bereich der Wohnung doppelt angefahren wird.

Der S7 soll in Deutschland im Laufe des zweiten Quartals zu einem Preis von 550 Euro auf den Markt kommen.

(spo)