Schaltungssoftware Fritzing: Weiterentwicklung in neuer Hand

Mit der neuen Version 0.9.6 soll die Open-Source-Software Fritzing noch einsteigerfreundlicher werden. Dahinter steht jetzt eine neue Firma.

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Grafikcollage aus Fritzing-Bauteilen.
Von
  • Helga Hansen

Vor fast genau zwei Jahren übernahm Kjell Morgenstern als Maintainer die Weiterentwicklung der beliebten grafischen Schaltungssoftware Fritzing – seit Ende des vergangenen Jahres führt er mit der neuen Fritzing GmbH nun auch die Firma hinter der Software. Die rechtlichen Fragen sind damit gelöst, jetzt geht es um die Weiterentwicklung der Software und des Geschäftsmodells.

Zunächst gibt es mit der 0.9.6 eine neue Version für Windows, macOS und Linux, mit der vor allem wieder zahlreiche Bugs behoben werden. Von den über 1100 offenen Issues bei der Projektübernahme ist damit inzwischen die Hälfte abgearbeitet. Der Schwerpunkt des Updates liegt allerdings auf einem schnelleren Installationsprozess und der Zertifizierung bei Apple und Microsoft, da Fritzing weiterhin vor allem von Einsteigerinnen und Einsteigern genutzt wird: Wer die neue Version installiert, muss keine Warnungen vor unzertifizierter und potenziell gefährlicher Software wegklicken oder umgehen.

Nun geht es an die Weiterentwicklung von Features und andere Baustellen, so Morgenstern. Um Missbrauch zu verhindern ist etwa der Projektupload immer noch gesperrt, und auch die Einbindung neuer Teile in die Bauteilbibliothek soll in der Zukunft verbessert werden. Eine große Frage ist außerdem die langfristige Finanzierung des Entwicklungsteams – seit März unterstützt ein erster Mitarbeiter Morgenstern. Aktuell kostet die Software unregistrierte Nutzer 8 beziehungsweise 25 Euro pro Download, die nur über Paypal bezahlt werden können. Das Anbieten bezahlter Services rund um die Software lohne sich allerdings nicht, da am Ende zu wenig Zeit für die Entwicklung überbleibe. Bei Hardware-Sets wie dem Creator Kit sei die Konkurrenz aus China einfach günstiger. Doch nicht alles steht auf dem Prüfstand: Open-Source-Software soll Fritzing bleiben. (hch)