IFA

Schicke Audiobrille für komfortable Telefoncalls

Auf der IFA 2020 gibt es das eine oder andere interessante Produkt zu sehen. Dazu gehört zweifellos die Fauna, eine Brille mit eingebautem Headset.

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An beiden Brillenbügeln hat Wearfauna schmale Lautsprecher und ein Mikrofon angefügt. Das Gewicht liegt im Wesentlichen auf den Ohrrmuscheln.

(Bild: Ulrike Kuhlmann, c't magazin)

Von
  • Ulrike Kuhlmann

Die Fauna ist im Grunde eine ganz normale Brille, deren Bügel um zwei Lautsprecher und zwei Mikrofone erweitert wurden. Sie ist mit 50 Gramm dennoch erstaunlich leicht und drückt nicht auf der Nase, denn die Entwickler des Start-ups aus Österreich haben das Gewicht der Audiobrille geschickt nach hinten auf die Ohrmuscheln verlagert.

Das Ende der Ohrenbügel besteht aus einem flexiblen Kunststoff mit eingelassenem Drahtbügel. Sie kann der Optiker ebenso wie den Nasenbügel durch Erwärmen leicht verformen und so an die Physiognomie des jeweiligen Brillenträgers anpassen.

Fauna-Audiobrille (4 Bilder)

Die Audiobrille von Wearfauna wird mit einer Ladebox ausgeliefert.
(Bild: Ulrike Kuhlmann, c't magazin)

Die Lautsprecher besitzen eine kleine Auslassöffnung am Ende der Verdickung, von wo der Sound direkt auf die Ohren der Brillenträger gerichtet wird. In einem kurzen Test auf der IFA war der Ton für die Brillenträgerin sehr gut verständlich, während Außenstehende nichts vom Sound mitbekamen.

Über ein Touchpad im linken Brillenbügel lässt sich die Lautstärke des per Bluetooth verbundenen Smartphones steuern, man kann mit einem Tipp Anrufe annehmen und den Sprachassistenten am Smartphone nutzen. Wie gut die Mikrofone im rechten Bügel auf Spracheingaben reagiert, konnten wir nicht ausprobieren. Sie sind laut Hersteller gerichtet und haben eine Echounterdrückung integriert.

Auch wenn hier keine Ohrstöpsel nerven oder Kopfbügel drücken, empfiehlt sich die Fauna-Brille weniger für dauerhaften Musikgenuss. Vielmehr lässt sie sich für komfortable Telefongespräche am Arbeitsplatz nutzen: Wer sie am Büroarbeitsplatz aufsetzt – und dafür gegebenenfalls Korrekturgläser einbauen lässt –, kann mit einem simplen Tipp auf den Brillenbügel Telefonate entgegennehmen und sich beim Gespräch frei bewegen.

Wearfauna will die Audiobrille in vier verschiedenen Fassungen aus italienischem Azetat, in zwei Farbvarianten und mit zwei Glasvarianten anbieten: wahlweise als Sonnenbrille oder mit unkorrigiertem Glas nebst eingebautem Blaulichtfilter. Dessen Wirkung nahmen wir auf der IFA kaum wahr, was aber auch den dort herrschenden Lichtbedingungen geschuldet sein mag. Man kann die Gläser bei Bedarf vom Optiker gegen Korrekturgläser austauschen lassen.

Die Brille wird in einer kompakten, 190 Gramm leichten Aufbewahrungs- und Ladebox (1300 mAh) geladen. Eine Vollaufladung dauert laut Hersteller zwei Stunden und soll dann für fünf Stunden Betrieb reichen; im Standby sollen es 20 Stunden sein. Die Box selbst wird per USB-C geladen. Die Fauna-Brille ist wasser- und schmutzbeständig gemäß IP53 und arbeitet in einem Temperaturbereich zwischen -10 und +40 Grad. Extensiven Sonnenlicht soll man sie trotzdem nicht dauerhaft aussetzen – was schwierig werden könnte, wenn man die Fauna als Sonnenbrille trägt.

Der österreichische Hersteller gibt zwei Jahre Garantie auf die Brille und bietet sie für 250 Euro an; aktuell gibts 20 Prozent Preisnachlass. Ausgeliefert werden soll die Audiobrille Fauna Ende September. (uk)