Schlag gegen international agierende Online-Anlagebetrüger

Über mehrere Handelsplattformen haben Cyberkriminelle betrügerische Finanztransaktionen angeboten. Die Polizei beschlagnahmte nun mehrere hundert Server.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 22 Beiträge

(Bild: Oleksiy Mark/Shutterstock.com)

Von
  • dpa

Ermittlern ist ein Schlag gegen international agierende Online-Anlagebetrüger gelungen. In Bulgarien, den Niederlanden, der Ukraine und Zypern wurden mehrere Objekte wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges durchsucht sowie Zeugen vernommen, teilte die Polizei Braunschweig am Sonntag mit. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

An der Aktion beteiligt waren Ermittler der Zentralen Kriminalinspektion Braunschweig und Rostock sowie ausländische Spezialkräfte. Sie handelten im Auftrag der Staatsanwaltschaften Göttingen und Rostock – den jeweiligen Zentralstellen Internet und Computerkriminalität – in Zusammenarbeit mit Eurojust und Europol.

Mehr als 100 Einsatzkräfte waren an den Durchsuchungen am 6. Oktober beteiligt. Sie beschlagnahmten zahlreiche Computer, Laptops, Handys und weitere Speichermedien sowie Daten und Unterlagen. Etliche Konten der Beschuldigten wurden eingefroren. Die Ermittler sperrten zeitgleich mehrere vermeintliche Handelsplattformen und beschlagnahmten einige hundert Server.

Der hohe Grad der Organisation und Professionalisierung der Beschuldigten zeige, welche Bedrohung Cyberkriminalität mittlerweile für unsere Sicherheit darstellt, sagte Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) am Sonntag.

Lesen Sie auch

Seit fast zwei Jahren liefen demnach Ermittlungsverfahren gegen mehrere Beschuldigte. Diese sollen über verschiedene Internetplattformen vermeintliche Geschäfte mit Finanztransaktionen im Bereich sogenannter Differenzkontrakte (CFD = Contract for Difference) angeboten haben. Dabei wurde allein in Deutschland bislang ein Vermögensschaden von etwa 15 Millionen Euro nachgewiesen. Schätzungen zufolge dürfte sich der Gesamtschaden auf mindestens 500 Millionen Euro belaufen.

(tiw)