Schlupfloch Südkorea: Apple sieht keine "legitime Basis" für Fortnite-Rückkehr

Epic führt eine Gesetzesänderung in Südkorea ins Feld, die alternative Bezahlsysteme erlaubt. Apple lehnt die Wiederherstellung des Entwickler-Accounts ab.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 22 Beiträge

(Bild: Shutterstock/Koshiro K)

Von
  • Leo Becker

Epic Games wittert eine neue Chance im Streit mit Apple über In-App-Zahlungen: Man habe Apple dazu aufgefordert, den geschlossenen Entwickler-Account für Fortnite wieder freizugeben, teilte die Spielefirma in der Nacht auf Freitag unter Verweis auf eine Gesetzesänderung in Südkorea mit. Epic wolle Fortnite dort nämlich zurück auf iPhones und iPads bringen – sowohl mit einer direkten Bezahlmöglichkeit als auch mit Apples vorgeschriebener In-App-Bezahlschnittstelle.

Südkorea hat jüngst das Bezahl-Monopol in den App-Läden von Apple und Google aufgebrochen, das auch der Grund für den Rechtsstreit zwischen Epic Games auf der einen und Apple sowie Google auf der anderen Seite ist.

Eine geänderte Fassung des Gesetzes für Telekommunikationsgeschäfte kippt Googles und Apples Vorgabe zur Verwendung der hauseigenen Bezahlschnittstelle in Apps, über die die beiden Plattformbetreiber beim Verkauf digitaler Inhalte eine bis zu 30 Prozent reichende Provision einbehalten.

Die Integration einer eigenen Bezahlschnittstelle in Fortnite gehe konform mit dem neuen Gesetz in Südkorea, betonte Epic. In einer Stellungnahme gegenüber US-Medien wies Apple das Ansinnen zurück: Es geben keine "legitime Basis" für die Wiedereinrichtung von Epics Entwickler-Account, schließlich habe Epic den Vertragsbruch schon zugegeben – und dies gehe der Gesetzesänderung in Südkorea voraus. Epic dürfe aber zurück in den App Store, wenn der Spieleentwickler "sich wie alle anderen an die Regeln hält".

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

Epic Games hatte im August 2020 heimlich eine eigene Bezahlschnittstelle in Fortnite integriert und darüber die Spielwährung V-Bucks günstiger zum Kauf angeboten – eine gezielte Provokation, die den unmittelbaren Rauswurf aus Apples App Store und Google Play nach sich zog. Im nächsten Schritt reichte Epic gegen die beiden Plattformbetreiber Klagen ein. Die Spielefirma fordert weit mehr als nur die freie Wahl einer Bezahlschnittstelle, sie will auch ihren Epic Games Store auf iOS bringen. Ein Urteil im ersten großen US-Prozess zwischen Epic und Apple steht noch aus.

(lbe)