Schnelles WLAN mit Wi-Fi 6E: Weg frei für mehr WLAN-Kanäle in der EU

Voraussichtlich schon Mitte 2021 können WLAN-Geräte in der EU neue Funkkanäle im 6-GHz-Band nutzen: 500 MHz mehr Spektrum bringen mehr Durchsatz für alle.

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Von
  • Ernst Ahlers

Im April 2020 hat die US-Regulierungsbehörde FCC den Anfang gemacht und einen zusätzlichen Frequenzblock zwischen 5,9 und 7,1 GHz für die Nutzung durch WLAN freigegeben. Diese Kanäle kann man als Erweiterung des 5-GHz-Bandes nach oben verstehen, was die Herstellervereinigung Wi-Fi Alliance (WFA) als „Wi-Fi 6E“ vermarktet.

Mit den zusätzlichen Kanälen können sich benachbarte WLAN-Systeme besser im Spektrum verteilen, sodass sie in dicht besiedelten Gegenden häufiger einen freien Funkkanal vorfinden und nicht auf gerade sendende Nachbarn warten müssen. Kurz gesagt resultiert das in mehr Nettodurchsatz für alle, doch den Bonus gibts nur mit neuer, Wi-Fi-6E-fähiger Hardware.

Auf europäischer Seite arbeitet das Normungsgremium ETSI BRAN (Broadband Radio Access Networks) am Standard EN 303 687, der die technischen Parameter für 6-GHz-WLAN in der EU festlegt. Der Entwurf dafür hat Anfang November den Stable-Status erreicht.

So konnte das Electronic Communications Committee (ECC), das für Frequenzfragen zuständige Gremium der Dachorganisation europäischer Regulierungsbehörden (CEPT), ihn auf seiner Novembertagung der Europäischen Kommission (EC) zur Annahme für die 48 Mitgliedsstaaten empfehlen. Damit ist der Weg zur 6-GHz-WLAN-Freigabe in der EU frei und wahrscheinlich kurz.

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Ein Sprecher der Regulierungsbehörde für Deutschland dazu: "Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass der 6-GHz-Frequenzbereich in Deutschland im 2. Quartal 2021 bereitgestellt werden kann. Unter den in einer Allgemeinzuteilung genannten Bedingungen wird jedermann die Frequenzen nutzen können."

Zwar wird die EC zunächst nur den Frequenzblock zwischen 5,9 und 6,4 GHz für WLAN ausweisen und damit deutlich weniger als die FCC. Aber schon diese 500 MHz verdoppeln mal eben das für WLAN nutzbare Spektrum. Der deutsche Netztechnikhersteller Lancom Systems bereitet sich schon darauf vor: „Wir setzen auf eine Triband-Lösung, Wi-Fi 6E Access Points von LANCOM werden also gleichzeitig im 2,4-, 5- und 6-GHz-Band funken können.“ Dann müssen aber noch die WLAN-Clients – Smartphones, Notebooks, Tablets etc. – lernen, die zusätzlichen Frequenzen zu nutzen.

(ea)