Star-Trek-Darsteller James Doohan: Scottys Asche ruht im All

Vor zwölf Jahren verbrachte ein Astronaut die sterblichen Überreste des Schauspielers James Doohan auf die ISS. Dort ziehen sie seither ihre Runden.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 58 Beiträge
ISS

(Bild: NASA)

Von
  • André Kramer

Als Richard Garriott im Jahr 2008 als eine der ersten Privatpersonen zur Internationalen Raumstation ISS reiste, wussten nur eine Handvoll Leute, was er im Gepäck hatte. Er verbrachte einen Teil der Asche des Schauspielers James Doohan auf die Raumstation und erfüllte damit dessen Wunsch und den seiner Familie.

Doohan verkörperte von 1966 bis 1994 den Chefingenieur des Raumschiffs USS Enterprise Montgomery Scott in der Fernsehserie Star Trek, zu Deutsch Raumschiff Enterprise. Besser bekannt war die Figur unter dem Spitznamen Scotty, den vor allem Captain Kirk verwendete: „Beam me up, Scotty“ beziehungsweise in der deutschen Entsprechung: „Scotty, beam mich hoch.“

James Doohan verstarb im Jahr 2005 im Alter von 85 Jahren. Zwei offizielle Gesuche der Familie, die Asche Doohans auf die ISS zu bringen, wurden abgelehnt. So schmuggelte der 59-jährige Privatunternehmer Garriott schließlich während einer zwölftägigen Mission einen Teil der sterblichen Überreste an Bord. Er versteckte sie nebst einem laminierten Foto des Schauspielers im Columbus-Modul der Raumstation unter einer Verkleidung im Fußboden.

James Doohans Stern auf dem Hollywood Walk of Fame kurz nach dessen Tod am 20. Juli 2005

(Bild: AllyUnion, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Bisher wusste die Öffentlichkeit nichts von der Aktion. "Seine Familie war hocherfreut, dass es die Asche nach dort oben geschafft habe, wir alle waren allerdings enttäuscht, dass wir so lange nicht öffentlich darüber sprechen konnten. Nun ist ausreichend Zeit vergangen, dass wir es tun können", sagte Garriott der britischen Zeitung The Times. Chris Doohan, der Sohn des Schauspielers, dankte Garriott für seinen Einsatz. Es hätte seinem Vater viel bedeutet.

Es war nicht der erste Versuch, die sterblichen Überreste James Doohans ins All zu schaffen, allerdings der erste erfolgreiche. Ebenfalls im Jahr 2008 startete ein Teil seiner Asche mit der SpaceX-Rakete Falcon 1. Der Start missglückte jedoch nach wenigen Minuten. Im Jahr 2012 gelang ein weiterer Start samt Doohans Asche mit der Rakete SpaceX Falcon 9. Laut Times hat Doohan die Erde mittlerweile 70.000 Mal umrundet und dabei 2,7 Milliarden Kilometer zurückgelegt.

(akr)