Seagate: HAMR-Festplatte mit 20 TByte kommt im Dezember

Seit ein paar Wochen liegt die maximale Kapazität einer Festplatte bei 18 TByte, nun kündigt Seagate gleich die nächste Stufe an: 20 TByte sollen es werden.

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  • Lutz Labs

Im Desktop-PC und im Notebook hat die Festplatte kaum noch eine Zukunft, aber im Data Center umso mehr: Die Rechenzentren brauchen immer mehr Speicher, und dazu muss er noch billig sein. SSDs kommen daher nicht infrage, Festplatten sind – gerechnet auf den Preis pro TByte deutlich günstiger. Da mit der konventionellen PMR-Aufzeichnung kaum noch Kapazitätssteigerungen möglich sind, arbeiten die Hersteller seit Jahren an zwei verschiedenen neuen Techniken: HAMR (Heat Assisted Magnetic Recording) und MAMR (Microwave Assisted Magnetic Recording). HAMR wird von Seagate vorangetrieben, Western Digital und Toshiba setzen aktuell auf MAMR. Western Digital hat mit ePMR (Energy-enhanced PMR) vor kurzem eine Zwischenstufe eingeläutet.

Seagate redet schon seit Jahren von HAMR-Festplatten, bislang aber konnte das Unternehmen wohl auch ohne diese aufwendige und teure Technik die Kapazitäten ausreichend vorantreiben. Im Dezember, verspricht Seagate nun, soll endlich eine HAMR-Festplatte auf den Markt kommen. Seagate startet mit 20 TByte, weitere Details sind jedoch noch nicht bekannt, auch zum Preis hat sich das Unternehmen noch nicht geäußert.

Seagate erwartet von HAMR eine Datendichte von 2 bis 6 TBit pro Quadratzoll, also maximal das Fünffache der heutigen Datendichte. In der Präsentation erwähnten verschiedene Seagate-Manager dann auch gleich HAMR-Laufwerke mit 50 TByte. Praktisch alle HAMR-Platten dürften jedoch auch mit einer anderen Seagate-Technik kommen: Mach.2. Seagate teilt mit Mach.2 den Kopfstapel auf; die zwei Stapel mit jeweils der Hälfte der Schreib- und Leseköpfen sind zwar auf einer Achse befestigt, können aber unabhängig voneinander positioniert werden. Das erlaubt eine Steigerung der Festplattengeschwindigkeit auf das Doppelte. Nach außen verhalten sich die Laufwerke nach früheren Angaben wie zwei getrennte Laufwerke; damit sie in Standard-Racks eingesetzt werden können, werden sie wohl ausschließlich mit Dual-Port-SAS erhältlich sein.

Weiterhin stellte Seagate das Projekt CortX vor. Im Prinzip ist CortX eine Software zur Verwaltung sehr großer Datenmengen. Seagate stellt CortX unter die Apache-2.0-Lizenz, Interessenten können sich an der Entwicklung beteiligen. Details dazu finden sich auf Github.

(ll)