Seaglider: Siemens und Regent entwickeln elektrisches Bodeneffektfahrzeug

2025 will das US-Unternehmen Regent Craft den Seaglider fertig haben, der knapp über der Wasseroberfläche zwölf Passagiere transportiert. Siemens hilft dabei.

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Prototyp des Seagliders.

(Bild: Regent)

Von
  • Andreas Wilkens

Siemens trägt seine Software und Dienste zum Projekt des 2020 gegründeten US-Unternehmens Regent Craft bei, das mit dem Seaglider ein Bodeneffektfahrzeug entwickelt. Es soll sich ausschließlich über Wasser bewegen und dabei batterieelektrisch angetrieben mit bis zu 160 Knoten (knapp 300 km/h) maximal 300 km weit fahren können.

Bisher existiert vom Seaglider in seiner Ausführung für zwölf Passagiere namens Viceroy ein Prototyp. Regent plant, das erste kommerzielle Fahrzeug 2025 einem der Unternehmen übergeben zu können, die bereits einen Seaglider bestellt haben sollen. In der weiteren Planung ist mit dem Monarch ein Bodeneffektfahrzeug, das für bis zu 100 Passagiere gedacht ist.

Der Seaglider bewegt sich auf dem Meer in einem von drei Modi: schwimmend auf seinem Rumpf in der Nähe des Docks, auf seinen Tragflächen mit bis zu 40 Knoten (kn) beim Ein- und Auslaufen aus dem Hafen oder fliegend knapp über den Wellen mit 160 kn während der Reise, erklärt Siemens. Der deutsche Konzern trägt mit seiner Plattform "Xcelerator as a Service" zur Entwicklung bei, einer Ansammlung von Werkzeugen für die Produktentwicklung, die in der Cloud bereitstehen.

Elektrisches Bodeneffektfahrzeug Seaglider (10 Bilder)

Der Seaglider als Computergrafik.
(Bild: Regent Craft)

Bisherige Bodeneffektfahrzeuge wie die in den 1970er Jahren gebauten sowjetischen Ekranoplanes hätten einige Nachteile, die vom Seaglider wettgemacht würden, schildert Regent; zum Beispiel eine schlechte Wellentoleranz und Manövrierbarkeit im Hafen. Der Seaglider bewegt sich einige Meter über der Wasseroberfläche, wobei es auf einem Luftkissen fliegt. Von anderen Bodeneffekt- oder auch WIG(Wing-in-Ground)-Fahrzeugen unterscheide er sich durch die Tragflächen, den verteilten Elektroantrieb und die Fly-by-Wire-Steuerung. Diese Elemente ermöglichten einen sicheren Hafenbetrieb und eine höhere Wellentoleranz.

Der Seaglider werde als maritimes Fahrzeug eingestuft und lasse sich nach den dafür vorgesehenen Vorschriften testen und zertifizieren, erklärt Regent. Diese Zertifizierungen seien schneller erfüllbar als die Vorschriften der elektrischen Luftfahrt. Zudem lebten 40 Prozent der Weltbevölkerung in Küstennähe, die so umweltfreundlicher miteinander verbunden und versorgt werden könnten.

Der Seaglider ist nicht zu verwechseln mit dem "Sea Glider", eine Entwicklung des US Naval Research Laboratory. Dabei handelt es sich um eine Flugdrohne, die abtaucht und zur Unterwasserdrohne wird.

(anw)