Selbstgebauter Retro-Rechner – das Mainboard Terminal

Moderner Rechner im Retrogewand: Das Mainboard Terminal erinnert optisch an die 50er-Jahre, in dem DIY-Projekt stecken aber 3D-Druck und offene Hardware.

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Weißer Computer mit rundem Bildschirm und ortholinearer Tastatur.

(Bild: Penk Chen (CC BY-SA 4.0))

Von
  • Helga Hansen

Vom runden Bildschirm bis zur integrierten Tastatur in beige-grau versprüht das Mainboard Terminal des Bastlers Penk Chen einen Retro-Charme, der an die Anfänge des Computer-Zeitalters erinnert. Dabei ist in dem Cyberdeck vom 3D-gedruckten Gehäuse bis hin zum Open-Source-Mainboard moderne Technik verbaut, ohne die solche DIY-Projekte kaum möglich wären.

Mainboard Terminal (4 Bilder)

Die 3D-gedruckten Bauteile des Mainboard Terminal
(Bild: Penk Chen (CC BY-SA 4.0))

Cyberdecks, also Rechner mit Bildschirm und Eingabegerät in einem Gehäuse sind in der DIY-Szene seit einiger Zeit im Trend. Irgendwo zwischen Science-Fiction- und Retro-Ästhetik sind die Computer nicht unbedingt die schnellsten, aber dafür eben komplette Eigenkreationen. Im Mainboard Terminal steckt dafür ein Mainboard der kalifornischen Firma Framework, die sich „besser reparierbare Elektronik“ als Ziel gesetzt hat und daher eine ausführliche Dokumentation zu ihren Produkten bereitstellt. Der Einsatz ihrer Bauteile in kreativen Eigenbauten ist daher ausdrücklich erwünscht.

Das runde LC-Display mit einer Auflösung von 1080 × 1080 Pixeln hat Chen auf der Handelsplattform Taobao gefunden und rundherum ein Gehäuse zum 3D-Drucken entworfen. Die Dateien hat er auf Github zum Nachbau bereitgestellt. Die Gehäuseteile hat Chen noch passend angemalt und dann über Magneten zusammen gesteckt. Im beige-grauen Retro-Look ist auch die Tastatur gehalten, die im ortholinearen Layout besonders wenig Platz verbraucht – da alle Tasten gleich groß sind, ist die Arbeit damit allerdings gewöhnungsbedürftig. Nur die Leertaste ist bei diesen Keyboards zwei Tasten breit.

Nutzbar ist das Cyberdeck am Ende tatsächlich auch. Darauf läuft Ubuntu 22.04 LTS sowie stilecht Spacewar, eines der ersten Videospiele, aus dem Jahre 1961. Es wurde auf dem schrankwandgroßen Minicomputer PDP-1 entwickelt, der wie das Mainboard Terminal über ein rundes Oszilloskop als Bildschirm verfügte. Anfang des Jahres hatte Chen übrigens mit seinem Penkesu Computer für Aufsehen gesorgt, als er ein ortholineares Keyboard mit einem Raspi und Touchdisplay in einem Retro-Klapprechner kombinierte.

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(hch)