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Selbstgemacht: Belichtung manuell messen

Zeit- und Blendenkombinationen

Inhaltsverzeichnis

Die sich aus den verschiedenen Belichtungsmethoden ergebenden Zeit-Blendenkombinationen sind recht unübersichtlich zu deuten – einfacher ist es, wenn man nach der Formel EV bzw. LW = Ld (Blendenzahl²/Belichtungszeit) den Lichtwert berechnet (siehe Artikel Wechselspiel Zeit und Blende, Seite 3). Ld ist der Logarithmus zur Basis 2. Wenn dieser auf Ihrem Taschenrechner nicht direkt verfügbar ist, berechnen Sie den natürlichen Logarithmus ln und dividieren das Ergebnis durch ln (2) = 0,69314.

Zeit- und Blendenkombinationen mit gleichem Belichtungswert
LW 13 LW 14 LW 15
Zeit 1/sec Blende f/x Zeit 1/sec Blende f/x Zeit 1/sec Blende f/x
1 90 - - - -
2 64 2 90 4 90
4 45 4 64 8 64
8 32 8 45 16 45
15 22 15 32 30 32
30 16 30 22 60 22
60 11 60 16 125 16
125 8 125 11 250 11
250 5,6 250 8 500 8
500 4 500 5,6 1000 5,6
1000 2,8 1000 4 2000 4
2000 2 2000 2,8 4000 2,8
4000 1,4 4000 2 8000 2
8000 1 8000 1,4 - -

Siehe hierzu auch die detailliertere Tabelle mit Drittelblendenstufen im Bereich von -4 EV bis +4 EV auf Prioritäten setzen: Mehr Lichterzeichnung aus Digitalfotos herausholen.

Sie brauchen aber nicht mit dem Taschenrechner herumzulaufen: Am besten prägen Sie sich die gängigen (zum Teil gerundeten) typischen Werte ganzer Lichtwertstufen für Zeit und Blende ein, die in der nebenstehenden Tabelle gegenläufig aufgelistet sind. Bei den Zeiten bedeutet eine Blendenstufe ist immer eine Verdoppelung oder Halbierung. Allerdings sind die gängigen Werte "historisch" ab 1/15 auf Vielfache von 5 oder 25 gerundet. Die Reihe der ganzen Blendenzahlen 1, 1,4, 2,0, 2,8, 4, 5,6, 8, 11, 16, 22, 32 sollte man aber wirklich auswendig lernen. Notfalls hilft die Kamera, indem man beim Verstellen die Stufen zählt bzw. Werte gegenläufig verstellt, so dass die relative EV-Anzeige gleich bleibt, oder man verstellt ein Zahlenpaar im P-Modus gegenläufig.

Nun gilt: Wenn die Messung eine um einen Lichtwert höheren Betrag ausmacht, so entspricht dies einer um einen Lichtwert oder eine "Blendenstufe" geringeren Belichtung. Denn man muss ja das hellere Motiv durch verringerte Belichtung korrigieren. Beispiel: Man stellt 1/125 bei Blende 8 ein, das entspricht ungefährt Lichtwert 13. Bei 1/60 und Blende 8, also der doppelten Belichtungszeit, entspräche dies einem Lichtwert von etwa 12, und bei 1/250 und Blende 8 ungefähr LW 14. Wenn die Szenerie aber in Wahrheit immer gleich hell beleuchtet ist, wird mit der 1/60 s um eine Blendenstufe überbelichtet, mit 1/250 aber um eine Blendenstufe unterbelichtet.

Im Gegenzug bedeuten die Wertepaare (bei fester ISO-Einstellung) 1/60 bei f/11, 1/125 bei f/8, 1/250 bei f/5,6 oder 1/500 bei f/4,0 immer den gleichen Lichtwert von rund 13. Dabei kann man Abweichungen von weniger als einer Drittel Blendenstufe vernachlässigen, da sie sich im Foto praktisch nicht bemerkbar machen.