Sennheiser verkauft Kopfhörer-Sparte in die Schweiz

Sennheiser hat einen Investor für seine Kopfhörer-Sparte gefunden. Die Produkte sollen weiterhin unter dem Namen Sennheiser verkauft werden.

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(Bild: Sennheiser)

Von
  • Dirk Weyel

Sennheiser hat einen neuen Investor für seine Kopfhörersparte gefunden. Sonova, ein Anbieter von medizinischen Hörsystemen aus der Schweiz, möchte die kompletten Anteile übernehmen. Eine entsprechende Übernahmeabsicht sei unterzeichnet worden, teilte Sennheiser am heutigen Freitag mit. Vorbehaltlich der Zustimmung der Regulierungsbehörden soll die Übernahme zum Ende des 2. Quartals abgeschlossen sein. Als Kaufsumme für die Kopfhörer-Sparte gab Sennheiser einen Betrag von 200 Millionen Euro bekannt. Sie erzielte laut Mitteilung mit 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro im Jahr.

Sonova-Chef Arnd Kaldowski sagte gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass man die Belegschaft behalten und den Standort erhalten wolle, da dort die Expertise liege. Sennheiser hat seinen Firmensitz im niedersächsischen Wedemark bei Hannover. Der Firmensitz von Sonova ist in Stäfa, 25 Kilometer südöstlich von Zürich.

Die Kopfhörer sollen auch weiterhin unter dem Namen "Sennheiser" vertrieben werden. Sonova könne aber Technologie aus dem Hörgerätebereich zusteuern, so Kaldowski. Dies könne zum Beispiel eine Verbesserung der Batterieladung und Sprachausgabe der Kopfhörer sein.

Anfang Februar gab Sennheiser bekannt, sich neu zu organisieren und künftig auf den Geschäftsbereich Professional zu konzentrieren. Bereits Anfang 2020 hat sich Sennheiser von seiner Gaming-Sparte getrennt. Diese hat man an das damals neu gegründetete Audiounternehmen Epos übertragen. Epos führt unter dem Co-Branding "EPOS | SENNHEISER" die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb des bisherigen Sortiments von Sennheiser seitdem fort.

Sennheiser hatte im vergangenen Juli den Abbau von 650 seiner 2800 Stellen bis 2022 angekündigt. Das Unternehmen nannte das durchwachsene Geschäftsjahr 2019 und Auswirkungen der Corona-Pandemie als Hintergrund. Das 1945 gegründete Familienunternehmen ist in mehr als 50 Ländern aktiv.

(dwe)