Server mit Umweltsiegel "Blauer Engel": Erste Systeme kommen aus Deutschland

Die bayrische Firma Thomas-Krenn liefert die ersten beiden Server, die nach den Kriterien des "Blauen Engel" zertifiziert sind.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 14 Beiträge

Rackserver von Thomas-Krenn mit Umweltsiegel "Blauer Engel"

(Bild: Tohmas-Krenn/Blauer Engel)

Von
  • Christof Windeck

Das Umweltsiegel "Blauer Engel" spezifiziert zahlreiche Kriterien für Produkte und Geräte, die vergleichsweise sparsam und effizient arbeiten und bei deren Herstellung auf den Schutz von Ressourcen geachtet wird. Nun gibt es erstmals auch Server, die den "Blauen Engel" tragen dürfen, nämlich zwei ähnlich aufgebaute Rack-Einschubserver der Firma Thomas-Krenn aus Freyung.

Beide Server arbeiten mit einem oder zwei Intel-Xeon-SP-Prozessoren der vorletzten Generation "Cascade Lake" und belegen zwei Höheneinheiten im Rack. Solche 2-HE-Maschinen sind flexibel ausrüstbar und daher weit verbreitet.

Während der ab 1660 Euro inklusive Mehrwertsteuer erhältliche "2HE Intel Dual-CPU RI2208 Scalable [Ver.3.0]" mit Luftkühlung arbeitet, ist die teurere Variante "2HE Intel Dual-CPU RI2208-LCS Scalable [Ver.1.1]" mit Wasserkühlern zum Anschluss an Kühlsysteme der Dresdner Firma Cloud&Heat bestückt.

Lobenswert: Die Bestellwebseiten der Server bei Thomas-Krenn zeigen direkt an, wieviel elektrische Leistung die jeweils gewählte Konfiguration maximal aus der Steckdose zieht. Beim luftgekühlten 2HE Intel Dual-CPU RI2208 Scalable sind es demnach 251 Watt, beim in der Basisversion besser ausgestatteten 2HE Intel Dual-CPU RI2208-LCS Scalable 263 Watt.

Diese Werte gelten jedoch nur für praxisuntaugliche Konfigurationen ohne SSDs oder Festplatten. Das illustriert eines der viel diskutierten Probleme von Umweltsiegeln für Server oder auch Rechenzentren: Dieses Systeme lassen sich sehr frei konfigurieren und je nach Software und Nutzungszweck sind völlig verschiedene Konfigurationen energetisch effizienter. Triviales Beispiel: Ein hoch ausgelastetes System kann trotz zwei 200-Watt-Prozessoren mehr Rechenleistung pro Watt liefern als mehrere sparsamere, aber auch schwächere Systeme.

Die Wasserkühler im Thomas-Krenn-Server 2HE Intel Dual-CPU RI2208-LCS Scalable

(Bild: Thomas-Krenn)

Anders ausgedrückt: Der Kauf eines Servers mit "Blauem Engel" ist keine Garantie für effizienten Betrieb einer bestimmten Anwendung.

Aber das Umweltsiegel wäre eine gute Basis, um effiziente Hardware zu finden. Leider gibt es bisher eben nur diese zwei Server mit dem "Blauen Engel" und bis auf Drucker und Tastaturen auch sonst nur sehr wenige zertifizierte IT-Geräte: Etwa gar keine PCs und Notebooks und nur wenige Rechenzentren.

Mit dem interational ausgelegten Label TCO finden sich deutlich mehr Computer, allerdings bisher auch nur acht Server, allesamt von HPE. Für das US-Label "Energy Star" sind deutlich mehr Server zertifiziert.

Zum Vergleich der Effizienz bei der Verarbeitung von Java-Servercode kann man sich am SPEC-Power-Benchmark orientieren. Dabei liefern Server mit AMD-Epyc-Prozessoren durchweg die besten Punktzahlen pro Watt.

Mehr von c't Magazin Mehr von c't Magazin

(ciw)