Serverprozessor Tachyum Prodigy T16128 soll mit 5,7 GHz alle Rekorde brechen

Der 128-Kern-Prozessor der erst 2016 gegründeten Firma soll mehrfach schneller rechnen als AMD Epyc, Intel Xeon und Nvidia Hopper.

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Tachyum Prodigy TS16128

(Bild: Tachyum)

Von
  • Christof Windeck

Die 2016 gegründete Firma Tachyum aus Las Vegas gibt sich siegesgewiss: Die neue Version T16128 des bereits 2018 angekündigten "Prodigy"-Prozessors soll dank 128 Kernen, 5,7 GHz Taktfrequenz und 16 DDR5-Speicherkanälen sämtliche Konkurrenten übertrumpfen.

Tachyum nennt Vergleichswerte: Bei der Verarbeitung ganzer Zahlen (SPECrate 2017 Integer) soll ein einziger Prodigy TS16128 die vierfache Performance eines Intel Xeon 8380 liefern beziehungsweise die dreifache eines AMD Epyc 7763. Bei doppelt genauen Gleitkommazahlen (FP64) verspricht Tachyum mit 90 TFlops die dreifache Rechenleistung einer Nvidia H100 (Hopper). Die KI-Performance mit FP8-Daten soll mit 12 Petaflops sogar sechsmal so hoch sein wie bei der H100.

Noch im laufenden Jahr will Tachyum Prototypen des TS16128 zeigen. Ab 2023 soll der von TSMC mit N5-Technik produzierte Chip in Serienstückzahlen lieferbar sein.

Silizium-Die des Tachyum Prodigy TS16128

(Bild: Tachyum)

Bis zu vier Prodigy TS16128 lassen sich in einem Quad-Socket-System koppeln. Jeder Prozessor steuert bis zu 8 TByte DDR5-5700-RAM an und hat 64 PCIe-5.0-Lanes.

Tachyum hat eine eigene Befehlssatzarchitektur (Instruction Set Architecture, ISA) für den Prodigy entwickelt. Jeder der 128 Kerne hat zwei Vektoreinheiten, die Daten mit 1024 Bit verarbeiten. Dazu kommt ein 4096-Bit-Matrixprozessor. Der Prozessor kann insgesamt 128 MByte L2- und L3-Cache nutzen.

Über Emulationsschichten soll der Tachyum Prodigy auch Binärcode ausführen, der für x86-, ARM- oder RISC-V-Prozessoren kompiliert wurde. Außerdem arbeitet Tachyum nach eigenen Angaben an der Optimierung zahlreicher gängiger Compiler und Programmierbibliotheken.

Dank der flexiblen ISA soll der Prodigy zusätzliche Rechenbeschleuniger überflüssig machen.

Der Haken am Tachum Prodigy ist, dass er bisher nicht existiert. Pilotkunden können ihren Code aber auf einem FPGA-Emulator testen, versichert Tachyum.

Bereits 2018 hatte Tachyum eine ältere 64-Kern-Version des Prodigy avisiert, die ab 2019 mit TSMC N7 gefertigt werden sollte und mit 180 Watt Leistung spezifiziert war. Dieser Prozessor ist jedoch nie erschienen. Schon damals kündigte Tachyum auch an, mit Prodigy-Supercomputern das menschliche Gehirn zu simulieren. Dazu hätte 2020 ein Prodigy-Rechenzentrum in Betrieb gehen sollen.

Tachyum hat mit mehreren Supercomputer-Forschungslabors Kooperationen vereinbart; diese Labors sollen Zugriff auf Prodigy-Systeme bekommen, um sie zu testen.

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(ciw)