Sexismus-Ermittlungen: 37 Angestellte sollen Activision Blizzard verlassen haben

Laut dem Wall Street Journal haben 37 Angestellte Activision Blizzard im Zuge der Sexismus-Ermittlungen verlassen. Weitere 44 wurden demnach diszipliniert.

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(Bild: Casimiro PT/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Im Zuge interner Sexismus-Ermittlungen sollen 37 Angestellte Activision Blizzard verlassen haben. Das berichtet das Wall Street Journal, dem interne Dokumente der US-Spielefirma vorliegen. Eine Sprecherin sagte der Zeitung außerdem, dass 44 weitere Personen im Zusammenhang mit Sexismus-Vorwürfen "diszipliniert" wurden.

Die neuen Zahlen folgen auf einen internen Brief aus dem vergangenen Oktober, in dem Activision Blizzard seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den Umgang mit den Sexismus-Vorwürfen gegen das Unternehmen informiert hatte. Damals bezifferte Activision Blizzard die Zahl der Personen, die das Unternehmen im Zuge der Ermittlungen verlassen haben, noch auf 20. Auch die Zahl der sanktionierten Angestellten gab Blizzard zu diesem Zeitpunkt mit 20 an.

Im vergangenen Juli hatte die kalifornische Behörde Department of Fair Employment and Housing (DFEH) Klage gegen Blizzard eingereicht. Darin geht es vor allem um Diskriminierung weiblicher Angestellter: Frauen seien bei Blizzard systematisch benachteiligt, belästigt und gemobbt worden, heißt es darin. Männliche Angestellte sollen regelmäßig alkoholisiert im Büro aufgetaucht sein und sexistische Bemerkungen abgegeben haben. Auch Vorgesetzte sollen sich daran beteiligt haben.

Ein weiterer Bericht des Wall Street Journals hatte auch Unternehmenschef Bobby Kotick schwer belastet. Der langjährige Activision-Chef soll jahrelang Kenntnis über das sexuelle Fehlverhalten männlicher Angestellter gehabt haben. Kotick soll Vorwürfe gegen Führungskräfte verschwiegen und selbst Mitarbeiterinnen belästigt haben. Bis heute bleibt Kotick im Amt.

Activision Blizzard reagierte mit einer internen Untersuchung auf die Vorwürfe. Die Veröffentlichung eines Fortschrittsberichts dieser internen Untersuchung sei ursprünglich Ende 2021 geplant gewesen, berichtet das Wall Street Journal weiter. Bobby Kotick soll sie aber schließlich gestoppt haben: Er habe befürchtet, der Bericht könne die Probleme schlimmer wirken lassen, als sie eigentlich seien.

(dahe)