Shorts vs. TikTok: YouTube zahlt Bares für beliebte Kurzfilmchen​

YouTube greift im Wettbewerb mit TikTok in die Schatulle: Erfolgreichen Filmern winken bis zu 10.000 US-Dollar.

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Screenshots YouTube Shorts

(Bild: YouTube)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Mit YouTube Shorts stemmt sich YouTube gegen TikTok, das mit besonders kurzen Videoclips reüssiert. Um den Rückstand auf TikTok aufzuholen, braucht YouTube mehr neue Kurzfilme, die nicht schon anderswo zu sehen waren. Um solche Produktionen anzukurbeln, lockt die Alphabet-Tochter nun mit Geld. Wer eigene Kurzfilmchen hochlädt, die populär werden, kann bis zu 10.000 US-Dollar im Monat bekommen.

Bis Ende 2022 stellt YouTube insgesamt 100 Millionen Dollar zur Verfügung. Die Teilnehmer müssen mindestens 13 Jahre alt sein und in einem von zehn bevölkerungsreichen Ländern leben. In Europa sind zu Beginn nur Russland und das Vereinigte Königreich mit dabei. Weitere Länder sollen jedoch bald hinzukommen.

Screenshot eines "YouTube Shorts"-Filmchens

(Bild: Screenshot)

Wieviele Abrufe, Likes, Kommentare oder Weiterverbreitungen der Videoclips notwendig sind, um an der monatlichen Ausschüttung zu partizipieren, verrät YouTube nicht. Das hänge vom Aufenthaltsort der jeweiligen Zuschauer ab. Von den bei klassischen YouTube-Beiträgen notwendigen Werbeerträgen soll die Bezahlung jedenfalls nicht abhängen.

Der kleinstmögliche "Bonus" aus dem YouTube Shorts Fund beträgt 100 US-Dollar, das Maximum 10.000 Dollar pro Monat und Shorts-Kanal. YouTube informiert aktiv über die Ausschüttung, die jeder Berechtigte dann aktiv beantragen muss. Entscheidend ist nicht der Zeitpunkt des Uploads, sondern der Zeitraum der Abrufe. Nicht teilnahmeberechtigt sind Filmchen, die bereits auf anderen Plattformen verbreitet wurden oder nicht selbst erstellt wurden.

YouTube Shorts sind bis zu 60 Sekunden lange Videoclips im Hochformat. Für Hintergrundmusik stellt YouTube eine Musikbibliothek zur Verfügung. Wird diese genutzt, dürfen die Videoclips aber maximal 15 Sekunden lang sein – andernfalls wären die Musikrechte wohl selbst für YouTube zu teuer.

YouTube hat das Angebot zunächst auf mobilen Endgeräten in Indien und dann in den USA getestet, bevor es zwei Dutzend weitere Staaten hinzugenommen hat. Erst Mitte Juli hat YouTube mehr als hundert Länder zu dem TikTok-Klon hinzugefügt, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die einschlägige App ist noch im Beta-Stadium, die Aufnahmefunktion noch nicht in allen Ländern verfügbar. Desktop-User sind bislang überhaupt ausgeschlossen.

(ds)