Shotwell-Klage: Gnome bezwingt "Patent-Troll"

Die Stiftung hinter dem Gnome-Desktop hat nicht nur die Klage eines Patentverwerters abgewendet, sondern ihn auch zum Verzicht auf weitere Klagen gebracht.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 44 Beiträge

Die Bildverwaltung Shotwell

(Bild: Yorba Foundation, CC BY 4.0)

Von

Die Gnome-Foundation hat den Patentstreit um die Bilderverwaltung Shotwell eigenen Angaben nach erfolgreich beilegen können. Die Stiftung hinter dem Linux-Desktop hat demnach erzielt, dass der Kläger Rothschild Patent Imaging seine Ansprüche in diesem Fall aufgibt und darüber hinaus von weiteren Klagen gegen Gnome Abstand nimmt. Ebenfalls wolle die Lizenzierungsfirma künftig nicht mehr patentrechtlich gegen Software vorgehen, die unter Lizenzen der Open Source Initiative stehen.

Gnome-Geschäftsführer Neil McGovern kommentierte das Ergebnis laut Blogeintrag: "Ich bin außerordentlich zufrieden, dass wir diesen Fall beigelegt haben. Das erlaubt uns, unsere Aufmerksamkeit wieder auf freie Desktop-Anwendungen zu richten, und es schafft künftig Sicherheit für freie und offene Software." Gegner Leigh Rothschild sagte zum Ausgang: "Es freut mich, dass wir uns in der Sachen gütlich einigen konnten. Ich habe schon immer die Innovation quelloffener Software sowie ihre Entwickler unterstützt und befürworte ihre Verbreitung."

Gegenstand der Klage war ein von Rothschild Patent Imaging gehaltenes, breit angelegtes US-Patent mit der Nummer 9.936.086. Es erhebt gewerbliche Schutzansprüche für gängige Verfahren, mit denen sich digitale Fotos drahtlos von einem Gerät auf ein anderes übertragen lassen. Gnome hatte die Klage im vergangenen September erhalten und entschiedene Gegenwehr angekündigt, unter anderem in Form einer Gegenklage. Die Stiftung hatte das als eine "Botschaft an alle Software-Patent-Trolle da draußen" bezeichnet.

Hilfe dafür kam auch aus der Community: Die Gnome-Stiftung hatte um Spenden für juristische Auseinandersetzungen gebeten – und bislang von über 4100 Personen rund 150.000 US-Dollar für den Gnome Patent Troll Defense Fund erhalten. Geld, das nach Abzug der Kosten für den Rechtsstreit noch übrig ist, soll in die Verbesserung des Gnome-Desktops fließen.

(axk)