Sicheres Surfen: Britisch-israelische Firma Kape kauft ExpressVPN

Kape Technologies hat in jüngster Zeit eine ganze Reihe von Anbietern verschlüsselter Internetverbindungen und anderer IT-Sicherheitslösungen erworben.

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ExpressVPN bietet VPN-Dienste für viele Geräte an.

(Bild: ExpressVPN)

Von
  • Stefan Krempl

Das britisch-israelische IT-Sicherheitsunternehmen Kape Technologies hat am Montag angekündigt, dass es mit ExpressVPN einen der führenden Anbieter von virtuellen privaten Netzwerken (VPN) für 936 Millionen US-Dollar übernehmen will. Kape wurde 2010 in Israel gegründet und hat selbst mehrere Datenschutz- und Sicherheitsprodukten entwickelt, die nach eigenen Angaben derzeit rund 2,5 Millionen zahlende Kunden weltweit nutzen. Die Firma ist seit 2014 in London an der Börse in einem Bereich für kleine und mittlere Unternehmen gelistet.

ExpressVPN ist bereits ein Jahr älter als der Käufer und auf den Britischen Jungferninseln ansässig. Mit 3000 Servern in 94 Ländern für Verschlüsselungstunnel bezeichnet sich die Firma als einen der "weltweit größten Anbieter von VPN-Diensten" und einem "klaren Verfechter der Freiheit und Privatsphäre des Internets".

Kape-Chef Ido Erlichman outete sich angesichts der Akquisitionsmeldung als Bewunderer von ExpressVPN. Die Kontrolle über die eigene digitale Präsenz stehe heute "im Mittelpunkt des Interesses eines jeden Techniknutzers". Gemeinsam wollten sich beide Unternehmen, deren Marken erhalten bleiben sollen, fortan für innovative Instrumente zum Schutz der Daten und Rechte der User starkmachen. ExpressVPN-Mitgründer Dan Pomerantz freute sich über frisches Kapital, um die Produktentwicklung voranzutreiben.

Kape beschäftigt rund 350 Mitarbeiter in acht Niederlassungen auf der ganzen Welt, zu denen Tel Aviv, Austin, Paris, London und Übach-Palenberg in Deutschland gehören. Die Israelis haben in den vergangenen Jahren eine Reihe größerer Übernahmen im Bereich VPN und Datensicherheit getätigt. Dazu zählen die Akquise von GhostVPN 2017 und des VPN-Anbieters Zenmate 2018. Vor sechs Monaten erwarb Kape Webselenese, einen israelischen Anbieter von datenschutz- und sicherheitsbezogenen Nachrichten und Produktinformationen.

Die Kauflust des Unternehmens ist nicht allen geheuer. Beobachter wie der IT-Experte Felix von Leitner alias Fefe bemerken, dass Israel damit zu einer Hochburg für VPN-Dienste werden dürfte. So könnten zunehmende Teile der auf weiten Strecken verschlüsselten Netzkommunikation vergleichsweise einfach durch Geheimdienste des Landes wie den Mossad mitgeschnitten und abgehört werden, da bei VPN keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bestehe und Daten bei den Technikdienstleistern im Klartext vorlägen.

(olb)