Sie können nicht zweimal auf dieselbe Google Maps schauen

Künstliche Intelligenz und neue Echtzeit-Features verändern Google Maps. Je nach User und Tageszeit sind unterschiedliche Informationen zu sehen.

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Liz Reid stellt auf der I/O die neuen Features von Google Maps vor.

Liz Reid stellt auf der I/O die neuen Features von Google Maps vor.

(Bild: Google)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Google verstärkt den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Suche, bei Google Photos, beim Einkaufsdienst und bei Google Maps. Das hat der Datenkonzern am Dienstag zur Eröffnung der Entwicklerkonferenz Google I/O angekündigt. Das führt zu Veränderungen der Nutzung auf den meisten Android-Geräten, von denen inzwischen mehr als drei Milliarden aktiv genutzt im Umlauf sind. Beim Kartendienst Google Maps schlägt sich das zunächst in fünf Veränderungen nieder.

Google Maps versucht zu erkennen, was den jeweiligen Nutzer gerade besonders interessieren dürfte. Und diese Annahmen hängen unter anderem davon ab, ob sich das Handy in gewohnter Umgebung oder auf einer Reise befindet, und welche Stunde es geschlagen hat. So sollen am Morgen verstärkt Koffein-, am Abend eher Alkoholausschankstellen eingeblendet werden.

Reisenden drängt Google Maps in Zukunft verstärkt Sehenswürdigkeiten auf. Parallel versucht der Konzern zu erfahren, in welchem Hotel der User abgestiegen ist. Der Assistent liest laufend die Google Mails des Users und sucht dabei auch nach Buchungsbestätigungen. Hinweise auf die Gehrichtung zum Hotel sollen dann auch in Live View eingeblendet werden.

Live View ist ein 2019 eingeführt Augmented Reality Dienst. Nutzer können mit ihrer Smartphonekamera ihre Umgebung aufnehmen. Touristen, die sich komplett verfranzt haben, können ihr Telefon in alle Richtungen drehen, um endlich den richtigen Weg zu finden. Die Google-Maps-App blendet live Richtungspfeile und andere Zusatzinformationen ein. Hier möchte Google im Laufe des Jahres detaillierter werden und beispielsweise Bewertungen umliegender Geschäfte anzeigen.

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Mehr Details für Landkarten gibt es bereits seit letztem August. Dafür wertet Google unter anderem Satellitenaufnahmen automatisch aus. Dieses Jahr liegt der Fokus auf 50 Städten, darunter Berlin. Googles KI sucht Gehsteige, Zebrastreifen, Fahrbahnumrisse und sogar Verkehrsinseln zu erkennen und einzuzeichnen. Das soll insbesondere Menschen mit Kinderwägen oder in Rollstühlen helfen.

Wenn ein Autofahrer Google Maps verwendet und scharf bremsen muss, merkt sich das der Datenkonzern. Bremsen auch andere User an dem Ort scharf, schließt der Algorithmus auf eine Gefahrenstelle. Gemeinsam mit weiteren Daten soll das bald die Routenplanung beeinflussen: Gibt es mehrere mögliche Fahrtrouten mit ähnlicher Fahrtdauer, bevorzugt der Algorithmus die weniger gefährlichen.

Chauffeure erhalten in manchen Regionen zudem die Möglichkeit, Routen mit geringerem Treibstoffverbrauch auszuwählen. Das hat Konzernchef Sundar Pichai am Dienstag zur Eröffnung der Google I/O 2021 angekündigt.

Bereits jetzt zeigt Google Maps für viele Restaurants und andere Lokale an, wie geschäftig es dort gerade zugeht. In Zukunft soll das auch für Fußgängerzonen oder Stadtviertel eingeblendet werden, was speziell Touristen und Taschendiebe interessieren dürfte.

(ds)