Sieg für SpaceX: FCC erlaubt niedrigeren Orbit für Starlink-Satelliten

Starlink von SpaceX hat bereits 1400 Satelliten in Umlaufbahnen. US-Regulierer erlauben nun eine Änderung der Pläne, gegen heftigen Protest der Konkurrenz.

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Zeichnung der Erdkugel mit Satelliten im Orbit (nicht maßstabsgetreu)

(Bild: CG Alex/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC erlaubt SpaceX, jede Menge weitere Satelliten für das Internetprojekt Starlink tiefer um die Erde kreisen zu lassen. Kritik von Amazon und anderen, die Starlink Konkurrenz machen möchte, weist die Behörde zurück. Mit Viasat hatte ein Betreiber von Satellitenfernsehen auch Argumente von Astronomen gegen die Pläne von SpaceX vorgebracht, unter anderem aus Eingaben der American Astronomical Society (AAS). Die FCC zeigt sich davon aber unbeeindruckt.

SpaceX darf nun fast 3000 weitere Satelliten in einer Höhe von etwa 570 Kilometern betreiben, für die ursprünglich mehr als 1100 Kilometer vorgesehen waren. Ohne Zustimmung der FCC hätte SpaceX den raschen Ausbau seines Satellitennetzwerks möglicherweise unterbrechen müssen.

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SpaceX baut Starlink seit Ende 2019 auf und will darüber Regionen einen Internetzugang liefern, die über konventionelle Technik nicht wirtschaftlich anzubinden sind. Kunden benötigen eine kleine beheizbare Antenne, die sich mit den Satelliten verbindet, einen WLAN-Router liefert SpaceX mit. Insgesamt hat das Unternehmen schon mehr als 1400 Satelliten ins All gebracht, geplant sind zuerst mehrere Tausend und später sogar mehrere Zehntausend.

Bei Preisen von 99 US-Dollar (85 Euro) pro Monat richtet sich das Angebot wohl vor allem an Menschen in Industrieländern, die vom Breitbandausbau nicht erreicht werden.An den Plänen gibt es Kritik aus der Wissenschaft; Astronomen befürchten, dass sie Beobachtungsmöglichkeiten verlieren, wenn andauernd Satelliten durchs Bild rasen.

Der Antrag bei der FCC hatte breitere Aufmerksamkeit erlangt, nachdem SpaceX-Chef Elon Musk die Auseinandersetzung auf Twitter befeuert hatte. Er schrieb, dass es der Öffentlichkeit nicht dienen würde, Starlink heute "lahmzulegen" für ein Projekt Amazons, dass "bestenfalls in ein paar Jahren betriebsbereit ist". Der Konkurrent, dessen Projekt Kuiper noch keinen Satelliten im Orbit hat, hatte bei der FCC beklagt, dass die Änderung bezüglich der Funkfrequenzen Probleme bereiten würde.

Die Behörde ließ sich damit aber nicht überzeugen und hat den Einspruch nun abgewiesen. SpaceX darf die nächsten 2814 Starlink-Satelliten so tief betreiben wie die ersten 1584. Ein weiterer Einspruch wegen eines angeblich zu hohen Kollisionsrisikos der tieferen Satelliten konnte die FCC ebenfalls nicht überzeugen.

Auch Argumente, dass Starlink mit den tieferliegenden Satelliten für zu viel Lichtverschmutzung sorgen würde, weist die FCC zurück. SpaceX habe demnach erklärt, dass die tieferen Orbits die Zeit deutlich verkürzen würde, in denen einzelne Satelliten die Sonne reflektieren. Darüber hinaus habe SpaceX erklärt, dass Veränderungen an den Satelliten selbst diese "fast unsichtbar" machen würden. Das sei von der AAS bestätigt worden. Neben dem Widerspruch unter Berufung auf Sorgen aus der optischen Astronomie wurde auch noch einer abgewiesen, der sich auf Radioastronomie bezog.

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(mho)