Signal jetzt mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Gruppen-Videoanrufen

Der Messenger Signal führt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Gruppen-Videoanrufen ein. Bis zu fünf Teilnehmer sind möglich.

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(Bild: Signal Blogbeitrag)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Bei Signal waren bisher zwar Ende-zu-Ende-verschlüsselte Sprach- und Videoanrufe möglich, das galt aber nicht für Gruppenanrufe, also solche mit mehreren Personen gleichzeitig. Das ändert sich nun: Die Erweiterung ist ab sofort verfügbar, kostenlos und basiert auf der RingRTC-Bibliothek.

Zunächst können bis zu fünf Teilnehmer vollständig verschlüsselt per Video telefonieren, bald sollen es mehr werden. Dafür ist es nötig, dass alle die aktuellste Version des Messengers haben, beginnend ab v5.0.3 bei Android, v5.0.0 für iOS und am Desktop v1.39.2. Zudem lassen sich die Anrufe nur aus Gruppenunterhaltungen eines neuen Typs starten: konkret, dem "vertraulichen Gruppensystem", wie es im Blogbeitrag heißt, das vor einigen Wochen vorgestellt wurde. Signal erhält dann keine Informationen über Gruppenmitgliedschaften, Gruppennamen, Avataren oder den Gruppeneigenschaften.

Zu solchen Gruppen kann man per Link oder QR-Code eingeladen werden. Admins bekommen die Möglichkeit, Mitglieder zu entfernen, ihnen Rechte für die Bearbeitung von Gruppeninformationen zu geben und wann Nachrichten verschwinden. Höchstgrenze für vertrauliche Gruppen sind 150 Mitglieder.

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Um einen verschlüsselten Gruppenanruf zu starten, gibt es in der Gruppenunterhaltung oben rechts ein Video-Symbol. Die anderen Mitglieder bekommen dann den Hinweis auf den Anruf und können beitreten. Der Messenger zeigt eine Liste mit allen Teilnehmern an. Mit dem Wischen nach oben und unten ändert sich die Ansicht – zwischen Kacheloptik und dem aktiven Sprecher. Während eines Anrufs kann die Videoansicht minimiert werden, damit man gleichzeitig Nachrichten schreiben kann.

Auch Zoom bietet seit kurzem Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Videoanrufe an. Nach langer Ankündigungsphase ist die Funktion nun für die macOS- und PC-Desktop-Clients sowie die Android-App verfügbar. Sie muss allerdings für jede Videokonferenz einzeln aktiviert werden und ist nicht mit allen anderen Zoom-Funktionen kombinierbar. Wire lässt bis zu zwölf Teilnehmer verschlüsselt per Video kommunizieren.

(emw)