Hilfe für ein systematisches Verständnis: Das Nachschlagewerk SELFHTML wird 25

Das Kompendium für systematisches Verständnis von HTML, SVG und CSS existiert seit 25 Jahren – Webentwickler begleitet es schon fast ein Leben lang.

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(Bild: selfthtml.org)

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Am 4. Juni 1995 ging die von dem deutschen Informatiker Stefan Münz verfasste Hypertext-Referenz SELFHTML online, der Autor war bis 2007 auch Vorsitzender des gleichnamigen Trägervereins. Die Online-Dokumentation hat vor allem im deutschsprachigen Raum Fuß gefasst – hier gilt die "Dokumentation zu Webtechniken" nach wie vor als Standardwerk und erste Anlaufstelle für verschiedene Aspekte des Webdesigns.

Vorübergehend gab es auch Übersetzungen des Projekts in andere Sprachen wie Französisch, Englisch, Spanisch und Japanisch. Neben technischer Dokumentation bietet SELFHTML Unterstützung für alle, die selbstständig (daher SELF~) Inhalte im Internet veröffentlichen wollen. Webstandards, Barrierefreiheit und semantisches Web sind Themen der Online-Referenz, deren Verfasser vor seiner beruflichen Fokussierung als Anwendungsprogrammierer (für die Programmiersprache C und UNIX) in München Philosophie und Sprachwissenschaft studiert hatte. In gedruckter Form liegen von Stefan Münz Referenzen und Handbücher zu HTML, HTML 5 und zu JavaScript sowie Leitfäden zur dynamischen Programmierung von Webseiten vor.

Das von Münz 1995 initiierte und in Eigenregie aufgebaute Projekt wird seit 2005 von einem Entwicklerteam gepflegt. Ab 2006 plante der Trägerverein die Umwandlung in ein Wikisystem. Im Zuge der Umstellung von einem statischen Kompendium in ein redaktionell betreutes Wiki kam es offenbar zu einem Zwist zwischen dem ursprünglichen Autor und dem Redaktionsteam, sodass Münz 2007 aus dem Projekt ausstieg. Seither wird die Dokumentation durch den Verein fortgeführt. Münz gründete unter dem Titel "Webkompetenz" ein eigenes Forum und Wiki mit einem Online-Handbuch zu HTML5.

Laut Stefan Münz ist das "Fossil" auch in Zeiten von WordPress und Design-Vorlagen äußerst vital – eine Daseinsberechtigung habe die Dokumentation, solange es ein nutzungsoffenes Internet gebe.

Die Rolle von SELFHTML beschreibt er in einem Blogbeitrag mit den folgenden Worten: "Richtige Antworten auf Fragen gibt es sofort und umsonst, aber systematisches Verständnis gibt es erst nach gewisser Zeit und nur gegen Hirnschmalz" – das Ziel von SELFHTML sei es, das Verständnis von Webdesign zu fördern und dadurch Zusammenhänge zu schaffen.

Das SELFHTML-Wiki ging 2010 online, es steht unter der Creative-Commons-Lizenz und als Software kommt MediaWiki zum Einsatz. Die letzte statische Version war SELFHTML 8.1.2 im März 2007, deren Website im April 2015 endgültig eingestellt wurde. Hintergründe dazu finden sich im "Museumsbereich" des SELFHTML-Blogs. Von der ersten Version existieren heute nur noch Fragmente.

Hintergrundinformationen lassen sich der persönlichen Retrospektive des Referenz-Autors im SELFHTML-Blog entnehmen. Zum 20. Geburtstag gab es bei heise online bereits einen Rückblick. Zur Vertiefung empfiehlt sich auch die Lektüre eines Artikels von Evelyn Woods zur Geschichte der Web-Technologien und des Webdesigns mit CSS. Einen ersten praktischen Einstieg in die HTML-Grundlagen bietet das mehrteilige HTML-Tutorial von Heise. (sih)