SimpleX 1.0.0: Dezentraler, Privatsphäre achtender und verschlüsselter Chat

Version 1.0.0 des freien SimpleX Chat ist da. Neben einer bestmöglichen Verschlüsselung will das Projekt durch eine Anonymität der Nutzer überzeugen.

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(Bild: SimpleX)

Von
  • Moritz Förster

Mit Version 1.0.0 wagt sich SimpleX in die umkämpfte Welt der Messenger vor. Von der Chat-Masse will sich das freie Projekt durch eine besonders sichere Verschlüsselung, ein dezentrales Netzwerk sowie eine Anonymität der Nutzer absetzen. Wichtigste Ankündigung ist, dass das Protokoll ab sofort als stabil gilt – alle kommenden Releases sollen mit älteren und künftigen Versionen kompatibel bleiben.

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben die Entwickler ebenfalls komplett überarbeitet. SimpleX nutzt zwei Schichten für die Verschlüsselung: Eine bietet eine Forward Secrecy, bei der der Chat auch bei Bekanntwerden der Langzeit-Credentials noch Schutz bietet, eine zweite soll die Metadaten schützen. In ersterer Schicht kommt nun ein Double-Ratchet-Verfahren zum Einsatz, wobei der Schlüssel für jede Nachricht, jeden Kontakt, jede Gruppe und jede verschickte Datei wechselt. Weitere Details hierzu finden sich in den Release Notes.

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SimpleX setzt nicht auf eine globale Identität seiner Anwender – im Gegensatz zu Peer-to-Peer-Protokollen leiten also Server die Nachrichten weiter. Allerdings müssen diese keinerlei Informationen über die Nutzer vorhalten, nicht untereinander kommunizieren und keine Nachrichten speichern. Hierbei kommen asynchrone Nachrichten-Queues zum Einsatz, die die Daten ausschließlich in eine Richtung übertragen können – in der Kommunikationstechnik auch Simplex genannt.

Unter der Haube verrichtet das Simplex Messaging Protocol (SMP) seinen Dienst, mit SimpleXMQ existiert ferner eine Referenzimplementierung. Letztere liegt jetzt ebenfalls in Version 1.0.0 vor. Auf der GitHub-Seite des Projekts findet sich eine Anleitung, wie sich ein eigener SMP-Server auf einem Linux- oder macOS-System aufsetzen lässt. Ein Chat-Client existiert bislang ausschließlich als Terminal-Applikation, fertige Binaries stehen für Ubuntu, macOS und Windows zur Verfügung. Nach eigener Aussage arbeiten die Entwickler derzeit an Smartphone-Apps.

Als freie Software steht SimpleX Chat sowie die zugehörige Server-Software unter der Open-Source-Lizenz AGPL v3. Wer die Entwickler direkt kontaktieren will, kann das nach der Installation des Clients direkt über den Befehl /simplex tun.

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(fo)