Smarte Assistentin: Alexa imitiert Stimme verstorbener Großmutter

Bei der KI-Konferenz re:Mars hat Amazon eine neue Alexa-Funktion demonstriert: Die Assistentin kann Stimmen von Menschen mithilfe kurzer Aufnahmen nachstellen.

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(Bild: MAHATHIR MOHD YASIN/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Amazons Sprachassistentin Alexa lernt, Stimmen von Menschen mithilfe kurzer Audioaufzeichnungen nachzustellen. Die Funktion hat Alexa-Entwicklungschef Rohit Prasad auf einer Keynote bei Amazons KI-Konferenz re:Mars vorgestellt. Dabei wählte er ein streitbares Beispiel: Er ließ Alexa in einem Einspieler-Video die Stimme einer verstorbenen Großmutter imitieren.

Damit Menschen Vertrauen in Alexa aufbauen können, sei Empathie für die Sprachassistentin wichtig, leitete Prasad die Demonstration des neuen Featues ein. Das sei in der aktuellen Zeit umso wichtiger, weil viele Menschen Freunde und Verwandte durch die Corona-Pandemie verloren haben. KI könne den Schmerz dieser Verluste nicht kompensieren, sagte Prasad, aber immerhin die Erinnerung an die Verstorbenen aufrechterhalten.

Es folgt ein kurzes Einspielervideo, in dem ein Junge Alexa darum bittet, eine Geschichte mit der Stimme seiner Großmutter zu erzählen. Prasad führt anschließend aus, dass die Stimme mit weniger als einer Minute an aufgezeichneten Audio-Daten generiert wurde.

Alexa-Keynote auf Amazons re:Mars. Die Stimmfunktion wird ab 1:02:30 demonstriert.

Technisch wäre das ein wichtiger Durchbruch: Bislang braucht es Stunden professioneller und zielgerichteter Aufnahmen in einem Studio, um eine Stimme für Sprachassistenten zu generieren. Eine solche Funktion könnte zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnen. Theoretisch könnten Nutzerinnen und Nutzer damit eigene Stimmen für Alexa aufzeichnen oder festlegen.

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Möglicherweise würde ein Filmschnipsel genügen, um Alexa in der Stimme beliebiger Schauspielerinnen oder Schauspieler sprechen zu lassen. In den USA kann man schon jetzt Stimmen von Promis wie Samuel L. Jackson für Alexa auswählen, das funktioniert allerdings nur im eng definierten Rahmen. Wie weit die Alexa-Sprachfunktion wirklich ist, blieb bei Prasads Demo offen. Seine Formulierungen deuten darauf hin, dass das Feature noch aktiv entwickelt wird. Einen Zeitplan oder gar einen Release-Termin nannte Amazon nicht.

(dahe)