Smartphone-Markt: 5G soll die Pandemie-Delle ausgleichen

2020 ist der Smartphone-Markt eingebrochen. Die Hoffnungen ruhen nun auf 5G. Während Apple und Xiaomi gegen den Trend wachsen, hat Huawei noch andere Probleme.

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(Bild: View Apart / Shutterstock.com)

Von
  • Volker Briegleb

Die weltweite Coronavirus-Pandemie hat 2020 zu einem Einbruch der Smartphone-Verkaufszahlen und zu Verschiebungen an der Marktspitze geführt. Außer Apple und Xiaomi haben alle großen Hersteller weniger Smartphones verkauft als 2019. Samsung konnte trotz Absatzschwund die Marktführerschaft behaupten. Dahinter folgt Apple, das Huawei auf den dritten Platz verdrängt. Die Marktforscher rechnen laut einer Mitteilung vom Montag damit, dass sich der Markt 2021 wieder erholt, und setzen ihre Hoffnungen in den weiteren Ausbau von 5G.

Ob das auch für Huawei gilt, darf bezweifelt werden: Der Absatz des chinesischen Herstellers wurde neben der Pandemie vor allem von den US-Sanktionen schwer getroffen. Alleine im vierten Quartal 2020 ist der Smartphone-Absatz des chinesischen Riesen um gut 40 Prozent eingebrochen und Huawei damit hinter Xiaomi und Oppo ans Ende der 5er-Spitzengruppe gefallen. In der Gesamtjahreswertung hat Huawei rund ein Viertel weniger Smartphones verkauft als 2019. Im laufenden Jahr wird sich zudem die Abspaltung der Tochtermarke Honor auf die Verkaufszahlen des Unternehmens auswirken.

Smartphone-Verkäufe Q4 2020 nach Hersteller (Gartner)
4. Quartal 2020 4. Quartal 2019
Hersteller Geräte MA Geräte MA Geräte +/-
Apple 79,94 Mio. 20,8 % 69,55 Mio. 17,1 % +14,9 %
Samsung 62,12 Mio. 16,2 % 70,40 Mio. 17,3 % -11,8 %
Xiaomi 43,43 Mio. 11,3 % 32,45 Mio. 8,0 % +33,9 %
Oppo 34,37 Mio. 8,9 % 30,45 Mio. 7,5 % +12,9 %
Huawei 34,32 Mio. 8,9 % 58,30 Mio. 14,3 % -41,1 %
Andere 130,44 Mio. 33,9 % 145,48 Mio. 35,8 % -10,3 %
Gesamt 384,62 Mio. 406,64 Mio. -5,4 %
Gartner, November 2020

Apple verzeichnet dank des neuen iPhone 12 5G im Schlussquartal 2020 ein Absatzplus von knapp 15 Prozent und liegt mit fast 80 Millionen verkauften iPhones vorne. In der Jahreswertung konnte sich Apple damit ein kleines Wachstum und den zweiten Platz hinter Marktführer Samsung sichern. Aus der Spitzengruppe haben 2020 nur Apple und Xiaomi zugelegt. Letztere konnten damit den Abstand zu ihrem direkten Konkurrenten Oppo ausbauen. Das geht aus Zahlen hervor, die das Marktforschungsinstitut Gartner am Montag veröffentlicht hat.

Insgesamt wurden 2020 weltweit rund 1,35 Milliarden Smartphones verkauft, das sind 12,5 Prozent weniger als im Jahr 2019. Dass sich der Schwund im Schlussquartal weiter verlangsamt hat, ist für die Marktforscher ein Zeichen der Hoffnung und der belebenden Wirkung von 5G. "Die wachsende Nachfrage nach 5G-Smartphones sowie Geräten der Einsteiger- und Mittelklasse hat den Marktrückgang minimiert", erklärt Gartner-Analyst Anshul Gupta. "Auch wenn Verbraucher weiter zurückhaltend mit ihren Ausgaben sind, haben 5G-Smartphones und professionelle Kameratechnik einige Nutzer zum Neukauf oder Upgrade ermutigt."

Smartphone-Verkäufe Q4 2020 nach Hersteller (Gartner)
4. Quartal 2020 4. Quartal 2019
Hersteller Geräte MA Geräte MA Geräte +/-
Apple 79,94 Mio. 20,8 % 69,55 Mio. 17,1 % +14,9 %
Samsung 62,12 Mio. 16,2 % 70,40 Mio. 17,3 % -11,8 %
Xiaomi 43,43 Mio. 11,3 % 32,45 Mio. 8,0 % +33,9 %
Oppo 34,37 Mio. 8,9 % 30,45 Mio. 7,5 % +12,9 %
Huawei 34,32 Mio. 8,9 % 58,30 Mio. 14,3 % -41,1 %
Andere 130,44 Mio. 33,9 % 145,48 Mio. 35,8 % -10,3 %
Gesamt 384,62 Mio. 406,64 Mio. -5,4 %
Gartner, November 2020

Auf 5G ruhen auch die Hoffnungen der Branche, dass sich die Verkaufszahlen im laufenden Jahr wieder nach oben bewegen. "Die Verfügbarkeit neuer Produkte wird zu einer signifikanten Erhöhung der Nachfrage führen", meint Gupta und rechnet mit einer Absatzentwicklung auf dem Niveau von 2019. Dabei spielen die wachsende Ausdehnung von 5G-Netzen und die Verfügbarkeit von 5G-Smartphones in den Einsteiger- und Mittelklasse eine Rolle. Laut Gartner wurden im vergangenen Jahr über 213 Millionen 5G-Smartphones verkauft. Die Marktforscher rechnen damit, dass sich der Absatz von 5G-Geräten in diesem Jahr auf 538 Millionen Stück mehr als verdoppelt.

(vbr)