Smartphones: US-Startup plant Comeback für den Blackberry

Die Blackberry-Lizenz wird weiter herumgereicht. Nach dem Ausstieg von TCL kündigt jetzt ein US-Startup neue Geräte an – mit dem Segen des Markeninhabers.

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(Bild: dpa, Caroline Seidel)

Von
  • Volker Briegleb

Ein bisher unbekanntes US-Startup will einen neuen Blackberry auf den Markt bringen. Schon im ersten Halbjahr 2021 könnte das Android-Smartphone mit der typischen Tastatur erscheinen, teilte das Unternehmen OnwardMobility am Mittwoch mit. Das Startup hat den Angaben zufolge eine Vereinbarung mit Blackberry über die Nutzung der Marken und Rechte geschlossen. Für Produktentwicklung und Fertigung ist die Foxconn-Tochter FIH Mobile als Partner an Bord.

OnwardMobility will die Produktplanung und das Marketing übernehmen. Die technische Entwicklung des Geräts, das auch die neue Mobilfunkgeneration 5G beherrschen soll, und die anschließende Massenfertigung übernimmt FIH Mobile. Die Foxconn-Tochter zählt zu den größten Auftragsfertigern für Smartphones und produziert für zahlreiche große Marken, darunter Google und Nokia.

Mehr als diese Vereinbarungen gibt es offenbar noch nicht, doch auf Nachfrage will sich das Unternehmen nicht weiter zu seinen Plänen äußern. "Details der Produktplanung und des Verfahrens geben wir nicht heraus", sagte eine Sprecherin. "Aber man darf einen 5G-Blackberry im ersten Halbjahr 2021 erwarten."

Das Startup hat mit dem Blackberry vor allem Geschäftskunden im Visier. "Anwender in Unternehmen wünschen sich sichere 5G-Geräte für mehr Produktivität, ohne dabei die User Experience zu opfern", erklärt Gründer und CEO Peter Franklin. "Blackberry-Smartphones sind dafür bekannt, dass sie Kommunikation und Daten schützen. Es ist ein große Chance, mit der Unterstützung von Blackberry und FIH ein 5G-Gerät der nächsten Generation auf den Markt zu bringen."

Die bei ihren Nutzern oft sehr beliebten Blackberrys blicken auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Das kanadische Unternehmen Research In Motion (RIM) hatte die Geräte zuerst mit einem eigenen Betriebssystem für seine auf Geschäftskunden zugeschnittenen Kommunikationsdienste produziert. RIM ist einer der Pioniere auf dem Smartphonemarkt, zu Hochzeiten hatte BlackberryOS Marktanteile von bis zu 20 Prozent.

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Doch mit der Machtübernahme von Android geriet das System aufs Abstellgleis, schließlich stieg RIM ganz aus dem Hardwaregeschäft aus. In den vergangenen Jahren hatte sich der chinesische TCL-Konzern (u.a. Alcatel-Smartphones) mit einer Blackberry-Lizenz an einem Comeback der Tastatur-Smartphones versucht. Doch trotz solider Geräte und wohlmeinender Kritiken wollte sich der Erfolg nicht richtig einstellen. Im Februar teilte TCL dann mit, dass die Lizenz nicht verlängert werde.

(vbr)