Social-Media-Plattformen der EU starten in die Testphase

Der EU-Datenschutzbeauftragte hat die Testphase für "EU Voice" und "EU Video" gestartet. Die Plattformen ähneln Twitter und YouTube und versprechen Datenschutz.

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DSGVO

(Bild: kb-photodesign/Shutterstock.com)

Von
  • Greta Friedrich

Der Datenschutzbeauftragte der EU hat die öffentliche Testphase für zwei EU-eigene Social-Media-Plattformen gestartet. Über "EU Voice" und "EU Video" sollen Institutionen der Europäischen Union, etwa einzelne Organe oder Ämter, datenschutzkonform mit der Öffentlichkeit kommunizieren und interagieren können. Die Plattformen seien zusammen mit der Generaldirektion Informatik der Europäischen Kommission entwickelt worden.

"Wir wollen alternative Social-Media-Plattformen anbieten, die den Einzelnen und seine Rechte auf Privatsphäre und Datenschutz priorisieren", erklärte Wojciech Wiewiórowski, der EU-Datenschutzbeauftragte, laut einer Pressemitteilung. Darin heißt es, dass die neuen Plattformen auf Mastodon (EU Voice) und PeerTube (EU Video) basieren, außerdem seien sie kostenlos, dezentral und quelloffen. Sie würden keine personenbezogenen Daten in Länder außerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums transferieren, seien werbefrei und würden kein Profiling ihrer Nutzer durchführen.

EU Voice solle eine Art Microblogging-Plattform sein, auf der Kurztexte, Bilder und Videos geteilt werden, ähnlich wie bei Twitter. EU Video dagegen erinnert eher an YouTube, dort sollen Videos oder Podcasts geteilt, hochgeladen und kommentiert werden. Während der öffentlichen Testphase sammle der Datenschutzbeauftragte das Feedback der teilnehmenden EU-Institutionen. Über diesen Link gelangen Sie zu EU Voice und über diesen Link kommen Sie zu EU Video.

Bislang findet man bei EU Voice prinzipiell Inhalte der Twitter-Accounts verschiedener EU-Institutionen, etwa von der Europäischen Kommission oder von Wojciech Wiewiórowski selbst. Bei EU Video gibt es eine Auswahl an Videos, die EU-Institutionen auch auf YouTube veröffentlicht haben. So findet sich etwa eine Dokumentation der Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm oder ein Erklärvideo des Übersetzungszentrums für die Einrichtungen der EU. Es gibt dort aber etwa auch den Podcast des EU-Datenschutzbeauftragten.

Der EU-Datenschutzbeauftragte Wojciech Wiewiórowski hatte zuletzt Frontex gerügt. Die Behörde war zu Microsoft 365 gewechselt und hatte die Migration offenbar ohne ordnungsgemäße Datenschutzprüfung durchgeführt.

(gref)