Solar Orbiter: Vorbeiflug der ESA-Sonde an der Erde geglückt

Die Sonnensonde der ESA ist am Wochenende zum letzten Mal an der Erde vorbeigekommen. Ganz ohne Risiko war das nicht, es ist aber alles gut gegangen.

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(Bild: ESA/ATG medialab)

Von
  • Martin Holland

Der Solar Orbiter der ESA hat seinen letzten Vorbeiflug an der Erde unbeschadet überstanden und ist wieder auf dem Weg ins Innere des Sonnensystems. Das hat die Europäische Weltraumagentur auf Twitter mitgeteilt. Nach dem Flyby am Samstagmorgen wurden die Signale der Sonde von der ESA-Antenne in Australien empfangen, der rasende Flug durch jene Region des Erdorbits mit dem meisten Weltraumschrott sei also ohne Komplikationen abgelaufen. Vorher hatte die ESA davor gewarnt, dass es angesichts der wachsenden Zahl von Trümmern in der Region wenige Hundert Kilometer über der Erdoberfläche nicht auszuschließen sei, dass ein Stück die dort durch rasende Sonde beschädigen könnte. Zuletzt hatte ein russischer Test einer Antisatellitenwaffe Hunderte neue Trümmer erschaffen.

Die ESA-Sonde soll die Sonne aus immer geringerer Entfernung erforschen und muss sich der in mehreren Umläufen dafür immer weiter annähern. Gleichzeitig soll sie auch immer stärker abgelenkt werden, um schließlich die Pole der Sonne ins Visier zu nehmen. Dafür fliegt sie vor allem mehrfach an der Venus vorbei. Das nun geglückte Rendezvous mit der Erde war ihr letzter Vorbeiflug hier. Der Erde kam sie dabei bis auf etwa 460 Kilometer nahe, also in etwa so weit entfernt wie die Internationale Raumstation ISS. Genau in dieser Region gibt es aber nicht nur besonders viel Weltraumschrott, sondern seit wenigen Tagen auch die Trümmer des sowjetischen Satelliten Kosmos 1408, der von einer russischen Rakete zerstört wurde.

Das Risiko für den Solar Orbiter war aber trotzdem äußerst gering, es lag nur eben nicht bei null, wie die ESA vorher erklärt hatte. Passiert hatte die Sonde vorher und danach außerdem die Region, in der die geostationären Satelliten kreisen. Die ESA warnt seit längerem vor dem wachsenden Risiko für die Raumfahrt insgesamt durch immer mehr Weltraumschrott.

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(mho)