Solarbetriebene Drohne Zephyr: Airbus plant schnelle Kommerzialisierung

Das Zephyr-Drohnenprogramm soll schnellstmöglich Früchte tragen. Airbus sucht Partner, um die Drohne als Ersatz für Kommunikationssatelliten anbieten zu können.

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Eine Zephyr im Flug.

(Bild: Airbus)

Der europäische Flugzeugkonzern Airbus will das Programm seiner solarbetriebenen Drohne Zephyr in ein eigenständiges Unternehmen für Telekommunikation und Erdbeobachtung auslagern, um so die kommerzielle Verwertung der Riesendrohne, die mit einer Spannweite von 25 m am Rande des Weltraums fliegen kann, voranzutreiben. Das berichtet die Financial Times (FT) am Montag. Dazu sollen nun Partner gefunden werden.

Das neu zu schaffende Unternehmen soll den Namen Aalto erhalten, heißt es in dem Bericht der FT. Airbus habe das US-amerikanische Investment-Banking-Unternehmen Morgan Stanley beauftragt, mögliche strategische Partner aufzutreiben. "Airbus ist kein Unternehmen, das Telekommunikationsdienste anbietet", sagte Samer Halawi, Leiter des Zephyr-Projekts bei Airbus, zur Begründung. Das Unternehmen selbst soll aber in der Hand des Flugzeugbauers als Eigentümer bleiben. Die Partner sollen nach dem Willen von Airbus neben der Finanzierung des Projekts auch deren Skalierbarkeit ermöglichen.

Zusätzlich fänden derzeit Gespräche mit möglichen kommerziellen Kunden statt. Sie können die aus Sonnenenergie gespeiste Drohne mit geeigneter Kommunikationstechnik dazu nutzen, direkte Mobilfunkverbindungen von Endkunden herzustellen, etwa in abgelegenen oder von Katastrophen betroffenen Gebieten. Airbus wolle dazu weltweit fünf oder sechs Standorte, sogenannte Aalto-Ports einrichten, von denen die Zyphyr-Maschinen aus operieren können.

Zephyr kann dazu in einer Höhe von 70.000 Fuß, etwa 21,3 km, dauerhaft fliegen. In einem Testfflug gelang eine Höhe von 23 km. Damit bewegt sie sich am Rande des Weltraums oberhalb von Verkehrs- und Wetterflugzeugen, aber unterhalb von Satelliten. Die Drohne hat eine Spannweite von 25 m, ohne Nutzlast wiegt sie 75 kg.

Nach Angaben von Airbus biete das System eine "gute Mischung von Fähigkeiten". Neben der direkten Kommunikation mit Mobilfunk-Endgeräten sei das die hohe Ausdauer, ähnlich eines Satelliten, bei zugleich höherer Reichweite, als sie etwa terrestrische Systeme bieten. Zudem lasse sich Zephyr flexibel einsetzen und sei hinsichtlich der Kosten insgesamt günstiger als Satelliten.

Zephyr sei technisch nun so weit, dass das System vermarktet werden könne, heißt es von Airbus. Es sei ausgereift, es müsse lediglich so weiterentwickelt werden, dass Dienstleistungen angeboten werden können.

Die Zephyr Z8, die aktuellste Drohnenversion, hatte im August 2022 einen 64-tägigen Flug am Stück absolviert. Ein technisches Bauteil ist dabei aufgrund schlechten Wetters ausgefallen und hatte zum Absturz geführt. Zuvor waren bereits zwei weitere Zephyr-Maschinen bei Testflügen abgestürzt.

(olb)