Sotheby's versteigert WWW-Quellcodes von Tim Berners-Lee als NFT

Eigentlich scheint der Hype um NFTs wieder verebbt, aber das US-Auktionshaus hat noch etwas: Mehrere Dateien von Tim Berners-Lee kommen unter den Hammer.

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(Bild: Sotheby's)

Von
  • Martin Holland

Das US-Auktionshaus Sotheby's steigt in das Geschäft mit NFTs ein und versteigert den ursprünglichen Quellcode für das World Wide Web von Tim Berners-Lee. Der habe die Dateien mit den originalen Zeitstempeln signiert und hält die Non-fungible Token "für die ideale Art, die Ursprünge hinter dem Internet zu verpacken". Insgesamt besteht das ab kommender Woche zur Versteigerung stehende Paket aus vier Elementen, das Startgebot liegt bei 1000 US-Dollar. Mit dem darüber eingenommenen Geld sollen Initiativen unterstützt werden, die Berners-Lee und seine Ehefrau unterstützen.

Mit der Versteigerung will sich Sotheby's offenbar – etwas spät – an dem schon wieder verebbenden Hype um die NFTs beteiligen. Dabei handelt es sich um Kryptogeld-Technik, und zwar konkret um Token, die auf der Blockchain der Plattform Ethereum in einem Smart Contract erzeugt wurden. Fungibilität bezeichnet die Eigenschaft, dass Einheiten eines zählbaren Gutes untereinander austauschbar sind. Entsprechend wollen nicht-fungible Tokens das Gegenteil schaffen – digitale Einzigartigkeit. Ein NFT kann eindeutig Besitz und Herkunft dokumentieren, es ist also eine Art digitales Echtheitszertifikat. Das Kopieren einer Datei kann damit nicht verhindert werden.

Bei der aktuellen Versteigerung soll nun das Eigentum an insgesamt vier Elementen unter den Hammer kommen: die Dateien mit Zeitstempel, eine animierte Visualisierung des Codes, ein Brief von Berners-Lee mit Gedanken dazu und ein "digitales Poster" des Codes von Berners-Lee persönlich. Insgesamt gehe es um 9555 Zeilen Quellcode zu HTML, HTTP und URLs sowie erste Anleitungen für deren Verwendung. Berners-Lee hatte am 12. März 1989 seinen Vorschlag für ein System für Informationsmanagement vorgelegt, aus dem später das World Wide Web hervorging. Er arbeitete damals bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) in Genf.

"Warum als NFT? Es ist einfach natürlich für einen Computerwissenschaftler, der seit vielen vielen Jahren Code schreibt. Es fühlt sich richtig an, meine Unterschrift unter ein komplett digitales Artefakt zu setzen", begründet Berners-Lee nun die Auktion als NFT. Die Versteigerung beginnt am 23. Juni und soll eine Woche dauern.

(mho)