Sourcecode-Editor: Weniger ist mehr für Visual Studio Code 1.49

Der Open-Source-Editor formatiert nur noch veränderte Codestellen automatisch und filtert die Ausgaben beim Debugging.

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Microsoft hat Visual Studio Code 1.49 veröffentlicht. Der quelloffene Sourcecode-Editor bringt vor allem Funktionen mit, die für mehr Übersicht sorgen sollen. Beim Debuggen lässt sich die Ausgabe auf der Konsole neuerdings filtern und das automatischen Formatieren kann man auf geänderte Codezeilen begrenzen. Außerdem gibt es Ergänzungen beim globalen Suchen und Ersetzen sowie bei der TypeScript-Anbindung.

Der Editor bietet seit geraumer Zeit die Möglichkeit, Sourcecode gemäß den Voreinstellungen zu formatieren. Im aktuellen Release lässt sich die Neuformatierung auf die geänderten Passagen begrenzen. Dazu dient der neue Befehl Format Modified Lines, der ähnlich wie Format Document arbeitet, aber nur Änderungen umformatiert.

Das automatische Formatieren beim Speichern lässt sich für die gesamte Datei oder nur für die Änderungen durchführen.

(Bild: Microsoft)

Für das automatische Formatieren beim Speichern bietet die Nutzeroberfläche die Auswahl zwischen file und modifications. Analog dazu lässt sich die neue Konfigurationseinstellung editor.formatOnSaveMode verwenden.

Die Anpassung soll Änderungen an Dateien reduzieren, um Vergleiche unter anderem für Pull Requests zu vereinfachen und Hinweise auf vermeintlich geänderten Code zu vermeiden, der lediglich anders formatiert ist.

Neu ist zudem eine Filterfunktion beim Debuggen von Projekten: Entwickler können in einer Textbox über der Debug-Konsole einen Suchbegriff eingeben, worauf nur die Ausgaben erscheinen, die den Begriff enthalten. Über ein ! am Start lässt sich die Suche negieren, also auf die Ergebnisse begrenzen, in denen der Begriff nicht vorkommt.

Die Debug-Konsole bietet eine Textbox zum schnellen Filtern der Inhalte.

(Bild: Microsoft)

Außerdem bringt Visual Studio Code 1.49 Anpassungen an der Oberfläche, die mehr Übersicht bei der Fehlersuche in mehreren Sessions bringen sollen.

Erwartungsgemäß enthält der Sourcecode-Editor die aktuelle TypeScript-Version. Das JavaScript-Superset stammt ebenfalls von Microsoft, und TypeScript 4.0 ist Ende August erschienen. Neu im Zusammenspiel mit der Programmiersprache ist zudem das Refactoring verketteter Ausdrücke in ein passendes Optional-Chaining-Konstrukt. Letzteres ist seit Version 3.7 Bestandteil von TypeScript.

Sowohl für JavaScript als auch für TypeScript erkennt Visual Studio Code neuerdings das @deprecated-JSDoc-Tag zum Kennzeichnen als überholt markierter Funktionen und zum Vorschlagen einer Alternative wie in folgendem Beispiel aus dem Blogbeitrag:

/**
 * @deprecated Use `getMode()` instead.
 */
export function mode() { ... }

Eine weitere Neuerung ist, dass Visual Studio Code bei gescheiterten Refactorings in JavaScript oder TypeScript den Grund anzeigt, warum sich die Umgestaltung nicht durchführen lässt.

Visual Studio Code zeigt an, warum ein Refactoring von TypeScript- oder JavaScript-Code nicht funktioniert.

(Bild: Microsoft)

Ein paar kleine Anpassungen betreffen das Suchen beziehungsweise das Ersetzen von Inhalten. Über die neue Konfigurationsvariable editor.find.cursorMoveOnType lässt sich festlegen, ob der Cursor bei einer Suche beim Tippen zu der nächsten gefundenen Stelle springt oder erst nach dem Bestätigen der Anfrage über die Enter-Taste.

Der Wechsel von Groß- zu Kleinschreibung oder umgekehrt über reguläre Ausdrücke funktioniert nun nicht nur wie bisher für das aktuelle Editor-Fenster, sondern global über die Workbench. Dazu dienen wie für die Umwandlung im Editor \u und \l zum Umwandeln in Groß- (Upper Case) und Kleinschreibung (Lower Case) für einzelne Zeichen beziehungsweise \U und \L für gefundene Zeichengruppen.

Weitere Neuerungen finden sich in der Ankündigung zur Veröffentlichung. Der Sourcecode-Editor ist über heise Download für diverse Betriebssysteme verfügbar. Der Quellcode liegt auf GitHub.

(rme)