SpaceX: Bundesnetzagentur teilt Satelliten-Internet Starlink Frequenzen zu

Interessierte in Deutschland dürften Starlink auch bald testen können. Die Bundesnetzagentur hat dem Angebot jedenfalls Frequenzen zugeteilt.

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(Bild: CG Alex/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Das Satelliteninternet Starlink des US-Unternehmens SpaceX von Elon Musk hat von der Bundesnetzagentur erste Frequenzen zur Nutzung zugeteilt bekommen. Es ist hierzulande die erste Frequenzzuteilung für eine Mega-Konstellation von Satelliten, die Internetzugang in schlecht abgedeckten Regionen bringen sollen. SpaceX hat inzwischen Hunderte Satelliten für das Projekt ins All gebracht, in den USA können erste Kunden das Angebot bereits testen. Die Frequenzzuteilung in Deutschland ist vorerst auf ein Jahr befristet, damit danach Anpassungen vorgenommen werden können.

SpaceX hatte Ende 2019 mit dem Aufbau von Starlink begonnen und will mit den Satelliten abgelegene Regionen der Erde mit einem preisgünstigen Internetzugang versorgen. Starlink soll dafür eine komplette Netzstruktur im Weltraum nachbilden. Kunden benötigen eine kleine Antenne, die sich mit den Satelliten verbindet, einen WLAN-Router liefert SpaceX mit. Insgesamt hat das Unternehmen schon fast 1000 Satelliten ins All gebracht, geplant sind zuerst mehrere Tausend und später sogar mehrere Zehntausend. Andere Unternehmen wollen nachziehen und eigene Netze aufbauen, etwa Amazon mit dem Projekt Kuiper.

Die Bundesnetzagentur versichert nun, dass die Frequenzzuteilung Regelungen enthält, "die die Koexistenz und den störungsfreien Betrieb mit anderen Anwendungen im gleichen und benachbarten Frequenzbereich" sicherstellen. Dabei gehe es etwa um den Richtfunk, die Radioastronomie und geostationäre Satellitenanwendungen. Starlink habe auch Frequenzzuteilungen für mehrere Erdfunkstellen erhalten, die als Gateways dienen sollen. Insgesamt habe man mit dem Schritt die frequenzrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit in Deutschland breitbandiges Internet über Satellit angeboten werden kann", sagt Netzagentur-Chef Jochen Homann. Weitere Details zur Frequenzzuteilung in Deutschland gibt es im Amtsblatt der Bundesnetzagentur: Im Einzelnen geht es um die Frequenzbereiche 14,0 bis 14,5 GHz und 10,95 bis 12,75 GHz, bei Bandbreiten von 62,5 MHz (Uplink), 250 MHz (Downlink).

Nachdem lange unklar war, wie viel Geld SpaceX für den Internetzugang verlangen will, weist der Betatest in den USA in eine erste Richtung: In der "Besser-als-gar-nichts-Beta" werden Kunden Geschwindigkeiten zwischen 50 und 150 MBit/s versprochen, sowie Latenzen von 20 bis 40 ms. Auch kurze Zeiträume ganz ohne Verbindung werde es geben. Wer teilnehmen will, soll monatlich 99 US-Dollar (85 Euro) zahlen und für die Gerätschaften einmalig 499 US-Dollar (etwa 425 Euro). Zuletzt hatte sich SpaceX Förderungen der US-Telekommunikationsaufsicht FCC in Höhe von fast einer Milliarde US-Dollar gesichert, es gibt aber Kritik an dem Zulassungsverfahren, das abgelegene Gebiete gar nicht ins Zentrum gestellt habe.

Kritik an Starlink insgesamt gibt es auch schon seit längerem aus der Wissenschaft: Astronomen weisen inzwischen seit Monaten darauf hin, dass die immense Zahl an Satelliten wachsenden Einfluss auf ihre Arbeit nimmt und bestimmte Forschungsbereiche deutlich erschweren könnte. Inzwischen gibt es einen Dialog, der dabei helfen soll, den massivsten Folgen entgegenzuwirken. So hat SpaceX bereits begonnen, die Satelliten umzugestalten, um sie am Nachthimmel weniger sichtbar zu machen. Auch so werden sich die Konstellationen aber nicht ganz verstecken lassen und zuletzt hatten auch Radioastronomen Bedenken angemeldet.

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(mho)