SpaceX erhöht Preise für Raketenstarts und Satellitentransport

Neben Starlink-Internet verteuert SpaceX auch sein Raumfahrtangebot. Als Grund nennt das Unternehmen "überhöhte Inflationsraten".

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Start der Rakete Falcon Heavy

(Bild: Screenshot/SpaceX)

Von
  • Frank Schräer

Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX erhöht seine Preise. Dies gilt sowohl für einzelne Raketenstarts als auch für Nutzlast wie etwa Satelliten, die SpaceX regelmäßig in Erdumlaufbahnen aussetzt. Die Firma begründet ihre Preissteigerungen von rund 10 Prozent mit "überhöhten Inflationsraten".

Am Dienstag hat SpaceX die Preise für Starlink erhöht. Auch für den satellitengestützten Breitband-Internetdienst führt das Unternehmen höhere Kosten "aufgrund exzessiver Preissteigerungen" als Begründung an.

Im sogenannten "Smallsat Rideshare Program" von SpaceX können sich verschiedene Satellitenbetreiber die Transportkosten teilen. Bislang berechnete das Unternehmen laut SpaceNews 1 Million US-Dollar für bis zu 200 Kilogramm, darüber hinaus 5000 Dollar pro Kilogramm Nutzlast. Ab sofort stellt SpaceX 1,1 Millionen Dollar für bis zu 200 Kilogramm sowie 5500 Dollar pro weiterem Kilogramm in Rechnung – eine Preiserhöhung von exakt zehn Prozent.

Dedizierte Raketenstarts werden bei SpaceX ebenfalls teurer. Die Buchung einer Falcon 9 Rakete kostet ab sofort 67 Millionen Dollar, einer Falcon Heavy mit deutlich höherer Nutzlast 97 Millionen Dollar, wie der aktuellen Preisliste SpaceX' zu entnehmen ist. Die Wayback Machine zeigt, dass die Preise zuvor bei 62 beziehungsweise 90 Millionen Dollar lagen. Diese Preissteigerung beträgt also rund acht Prozent.

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SpaceX begründet die Preiserhöhungen mit den gestiegenen Inflationsraten. Das Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten hat kürzlich gemeldet, dass die Kosten für einen bestimmten Korb an Waren und Dienstleistungen in den USA in den letzten zwölf Monaten um 7,9 Prozent gestiegen sind. Das ist die höchste Inflationsrate seit über 40 Jahren. Die Preiserhöhungen für SpaceX-Raketenstarts entsprechen diesem Anstieg.

SpaceX- und Tesla-Gründer Elon Musk hat vor wenigen Tagen getwittert, dass sich seine beiden Unternehmen "in jüngster Zeit erheblichem Inflationsdruck bei Rohstoffen und Logistik" ausgesetzt sehen. Die höheren Preise SpaceX' dürften die Auftragsbücher kaum leeren. Schließlich gibt es wenig Konkurrenz.

Firefly Aerospace möchte gerne ein Konkurrent werden, steckt aber noch in der Anfangsphase. Im Vorjahr ist deren Mini-Rakete nach dem Jungfernstart explodiert; für den zweiten Start konnte sich das Unternehmen in einer neuen Finanzierungsrunde mindestens 75 Millionen Dollar sichern. Wie SpaceNews berichtet, soll die Firefly Alpha Rakete in diesem Frühjahr einen zweiten Startversuch wagen.

(fds)