SpaceX widerspricht OneWeb: Keine Beinahe-Kollision von Satelliten

Den Berichten über eine Beinahe-Kollision zweier Satelliten widerspricht SpaceX nun. Die grundlegenden Details bestätigt das Unternehmen aber.

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Starlink-Satelliten vor dem Aussetzen im Orbit

(Bild: SpaceX)

Von
  • Martin Holland

SpaceX hat Berichten über eine Beinahe-Kollision eines Starlink-Satelliten mit einem von OneWeb widersprochen. In einer Mitteilung an die US-Kommunikationsaufsicht FCC berichtet das US-Raumfahrtunternehmen von einer Besprechung, in der sich Vertreter beider Unternehmen einig gewesen seien, dass es keinen "Beinahe-Zusammenstoß" gegeben habe.

Stattdessen hätten beide Satellitenbetreiber erfolgreich zusammengearbeitet und ein "positives Ergebnis" erzielt. Die Gefahr einer Kollision sei zu keiner Zeit so groß gewesen, dass ein Manöver nötig gewesen sei. Außerdem habe SpaceX das System für eine automatische Kollisionsvermeidung im eigenen Satelliten auf expliziten Wunsch von OneWeb hin deaktiviert.

Sowohl SpaceX als auch OneWeb haben damit begonnen, riesige Netzwerke aus Satelliten aufzubauen, die den gesamten Globus mit einer Internetverbindung versorgen sollen. Anfang des Monats hatte es Berichte gegeben, denen zufolge zwei der dafür in den Orbit gebrachten Satelliten beinahe kollidiert waren. Nach der Kontaktaufnahme per E-Mail hatten sich die beiden Betreiber demnach koordiniert und OneWeb habe den eigenen Satelliten ein Manöver fliegen lassen, um eine Kollision zu vermeiden. Das System zur automatischen Kollisionsvermeidung in dem Starlink-Satelliten sei derweil deaktiviert worden. Dem damals berichteten Hergang der Ereignisse widerspricht SpaceX nun nicht, ergänzt aber nicht unwesentliche Details.

SpaceX bestätigt unter anderem, dass die Kontaktaufnahme und anfängliche Koordination per E-Mail erfolgt sei und unterstreicht damit einmal mehr, wie vergleichsweise antiquiert die Prozeduren zur Vermeidung von Satellitenkollisionen sind. Weil die Satelliten von OneWeb mehr Zeit für Manöver benötigten, habe der Konkurrent ein solches trotz der geringen Gefahr durchführen wollen und darum gebeten, dass die Kollisionsvermeidung im Starlink-Satelliten deaktiviert würde. Der Bitte sei man nachgekommen, erklärt SpaceX. Schon in den ersten Berichten wurde aber darauf hingewiesen, dass das System für andere nicht einsehbar sei. Das macht es für die Betreiber von manövrierfähigen Satelliten unmöglich, Manöver eines Starlink-Satelliten vorherzusehen. Eine Deaktivierung scheint dann am hilfreichsten.

In dem Brief übt SpaceX aber nicht nur Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit von OneWeb und spricht von Versuchen des britischen Betreibers, im Zuge der Berichterstattung einseitig Beschränkungen gegen SpaceX erreichen zu wollen. Bei dem Unternehmen von Elon Musk sieht man insgesamt einen "verstörenden Trend" von Satellitenbetreibern, die nicht aus den USA stammen, US-Aufsichtsbehörden bezüglich der Sicherheitsvorgaben zu beeinflussen. Dem solle die Behörde nicht nachgeben, sondern stattdessen Regeln zur Kollisionsvermeidung vorgeben, die für alle gelten würden, die in den USA ihre Dienste anbieten wollen. Einen Vorschlag dafür hat SpaceX demnach passenderweise bereits unterbreitet.

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(mho)