Spamcop verbaselt seinen Domainnamen

Der Anti-Spam-Service der Cisco-Tochter Spamcop hatte vorübergehend keine Kontrolle mehr über die eigene Domain. Viele E-Mails wurden daher als Spam abgelehnt.

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Von
  • Bert Ungerer

Der auf zahlreichen Mailservern eingebundene Spamfilter-Service Spamcop hatte im Zusammenhang mit einer zum gestrigen Sonntag anstehenden Vertragsverlängerung seinen Internet-Domainamen spamcop.net vorübergehend eingebüßt. In der Folge erschien anstelle der Spamcop-Webseite eine Domainparking-Seite und weltweit waren zahlreiche E-Mails nicht zustellbar.

Wie Leser von heise online und die Benutzer sozialer Medien wie Twitter berichteten, hatten wegen der abgelaufenen Spamcop-Domain diverse Mailserver sämtliche eingehenden E-Mails abgelehnt, weil die einliefernden Server – selbst von namhaften E-Mail-Providern wie T-Online, Web.de oder Microsoft – angeblich auf der Anti-Spam-Liste gestanden hatten. Die Spamcop-Liste und die zugehörige Website waren zu der Zeit jedoch gar nicht mehr erreichbar. Zunächst erschien dort die Meldung "This Domain Name Has Expired" und später eine Parking-Seite mit dubioser Werbung.

Inzwischen betreibt Spamcop seine Domain wieder unter eigener Regie und der Filterservice funktioniert wie gewohnt. Für die Betreiber von Mailservern hat sich durch die Fehlfunktion einmal mehr gezeigt, dass jegliche Art der Spamfilterung – eben auch das Hinzuziehen externer Services – mit dem Risiko des fälschlichen Ablehnens harmloser E-Mails verbunden ist. Das ordnungsgemäße Funktionieren von Anti-Spam-Diensten sollte regelmäßig überprüft werden, etwa anhand der IPv4-Adresse 127.0.0.2, die bei den meisten der sogenannten RBL- oder auch DNSBL-Services als Testeintrag gelistet ist. Ob die nächste Domainverlängerung bei Spamcop reibungslos funktioniert, wird sich am 31. Januar 2022 zeigen.

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