Spannungen mit China: Unterseekabel aus den USA soll nicht bis Hongkong gehen

Eigentlich sollte das Pacific Light Cable Network als erstes Unterseekabel direkt Hongkong mit den USA verbinden. Daraus dürfte doch nichts werden.

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Spannungen mit China: Unterseekabel aus den USA soll nicht bis Hongkong gehen

(Bild: Christoph Burgstedt/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Ein von Facebook und Google finanziertes Unterseekabel zwischen Ostasien und den USA wird wegen Widerstands aus der US-Regierung möglicherweise doch nicht Hongkong mit Kalifornien verbinden. Vertreter aus dem Justiz-, dem Heimatschutz- und dem Verteidigungsministerium haben der US-Telekomaufsicht FCC empfohlen, das letzte Teilstück nach Hongkong nicht zu genehmigen. Das berichtet das US-Magazin The Hill und ergänzt, dass jene Teilstücke des Pacific Light Cable Network (PLCN) zur Verbindung der USA mit den Philippinen und Taiwan aber grünes Licht bekommen hätten.

Der geplante Verlauf des Pacific Light Cable Network

(Bild: submarinecablemap.com)

Das fast 13.000 Kilometer lange Unterseekabel war 2017 als erste direkte derartige Verbindung zwischen Hongkong und den Vereinigten Staaten angekündigt worden. Die beiden US-Konzerne hatten sich dafür mit einer chinesischen Holding zusammengetan und wollten das Projekt schon 2018 in Betrieb nehmen. Das hat sich etwas verzögert, die jüngsten Spannungen zwischen China und den USA gingen auch an Google und Facebook nicht spurlos vorbei. Im Februar hatten beide Konzerne beantragt, die bisherigen Teilstücke ohne die Verbindung nach Hongkong in Betrieb nehmen zu können, hatte Techcrunch berichtet.

Das will nun auch das sogenannte Team Telecom aus den Vertretern der US-Ministerien erreichen. Ihre Empfehlung, Hongkong nicht an das Kabel anzuschließen, begründen sie mit mehreren Punkten. Da wäre erstens die nationale Sicherheit der USA angesichts der "anhaltenden Versuche der Volksrepublik China, sensible personenbezogene Daten von Millionen US-Bürgern zu erbeuten". Sorgen bereite außerdem die chinesische Holding, mit der Google und Facebook zusammenarbeiten. Die sei an chinesische Gesetze gebunden und müsse der Volksrepublik gegebenenfalls Zugriff gewähren. Sollte Hongkong angeschlossen werden, würde außerdem mehr Traffic aus den USA für China erreichbar werden. Die Volksrepublik wird international gerade für Versuche kritisiert, mehr Kontrolle über Hongkong zu erreichen.

(mho)