Speicher für die Ewigkeit

Ein Backup braucht man, das sollte inzwischen jedem klar sein. Aber braucht man auch ein persönliches Archiv? Und wo soll man das speichern?

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(Bild: Albert Hulm)

Von
  • Lutz Labs

Backup und Archiv sind zwei nicht ganz völlig verschiedene Dinge. Während ein Backup dazu dient, einen plötzlichen Datenverlust zu vermeiden, soll das Archiv wichtige Dateien für lange Zeit bewahren. Natürlich können durchaus die gleichen Dateien in Backup und Archiv stecken, doch eigentlich sollte das Archiv vor allem aus wirklich aufhebenswerten Daten bestehen.

Doch welche Daten gehören in das Archiv und in welchen Formaten? In der c't 22/2020 geben wir Hinweise dazu im Schwerpunkt Langzeitarchivierung. Aufhebenswert sind vor allem persönliche Dokumente wie die Diplomarbeit oder Fotos der Familie. Die Diplomarbeit wird man kaum noch verändern, sondern allenfalls noch einmal ausdrucken – daher eignet sich für solche Dokumente am besten das Archiv-Format PDF/A. Insgesamt sind offene Formate besser geeignet als proprietäre und weit verbreitete besser als Exoten: Einen Bildbetrachter für JPG-Dateien wird man wohl auch in 20 Jahren noch auftreiben können, und zur Not legt man den Quellcode eines Open-Source-Viewers mit in das Archiv.

Doch wo speichert man sein Archiv? Das eigene Backup dürfte häufig auf einer externen Festplatte liegen, und da ist natürlich auch ein Archiv recht gut aufgehoben – unter bestimmten Bedingungen. Denn eine nicht mehr benötigte Festplatte aus einem alten Notebook eignet sich nicht für die Langzeitarchivierung, besser ist es, dafür ein neues Gerät zu verwenden. Dennoch sollte an sich gelegentlich einmal vergewissern, dass die Daten noch lesbar sind und sie alle paar Jahre auf eine neue Festplatte kopieren.

Wenn das Archiv nur ein paar GByte umfasst, kommt auch kostenloser Online-Speicher als Ablage in Frage; bei größeren Datenmengen muss man dafür bezahlen. Ein Online-Archiv hat vor allem den Vorteil, dass der Anbieter sich um ein Backup des Archivs kümmert. Man muss jedoch darauf vertrauen, dass dieser auch in 20 Jahren noch im Geschäft sein wird.

Eine weitere Möglichkeit sind die heute schon fast vergessenen optischen Medien. Zwar haben Blu-ray & Co. nur eine Lebensdauer von vielleicht 20 Jahren, doch die M-Disc soll wesentlich länger halten; 1000 Jahre verspricht der Hersteller. Wir haben diverse hundert GByte gebrannt und geschaut, wie fehlerfrei die Daten auf den Scheiben gelandet sind.

Doch auch wenn das Archiv einmal gespeichert ist, ist die Arbeit damit leider nicht vorbei: Professionelle Anwender kopieren ihre Archive alle paar Jahre auf ein neues Medium. Das muss man als Privatanwender auch in Betracht ziehen, und vor allem sollte man ein Backup des Archivs haben. Am besten ist es daher wohl, wennn man mindestens zwei der drei genannten Möglichkeiten für sein Archiv nutzt. Damit ist man auf der sicheren Seite.

Siehe dazu:

(ll)