Sperre in den USA: TikTok bittet Facebook und Instagram um Unterstützung

Um die US-Sperre zu verhindern, hofft TikTok auf Instagram. Dessen Chef befürchtet negative Auswirkungen, sollte die Regierung an ihren Plänen festhalten.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 147 Beiträge

(Bild: XanderSt/Shutterstock.com)

Von
  • Patrick Bellmer

In der Auseinandersetzung mit der US-Regierung hat TikTok Facebook und Instagram öffentlich um Unterstützung gebeten. In einer solchen Situation sollten die Unternehmen den Konkurrenzkampf pausieren und gemeinsam um das Recht auf freie Meinungsäußerung kämpfen, so TikToks Interims-CEO Vanessa Pappas. Pappas greift damit eine Äußerung des Instagram-Chefs Adam Mosseri auf, der unter anderem negative Auswirkungen für sein soziales Netzwerk sowie Facebook befürchtet, falls es zur Sperre TikToks in den USA kommt.

Mosseri spielt damit auf die Begründung der US-Regierung an. Diese befürchtet, dass TikTok – ebenso wie WeChat – Daten von US-Nutzern erhebt und an chinesische Behörden weiterleitet. Sollte die Sperre wie geplant am 20. September Inkrafttreten, könnten andere Staaten ihrerseits US-Dienste unter Verweis auf die Weiterleitung von Daten in die USA verbieten.

Einen möglichen Ausweg hatte US-Präsident Trump selbst in Spiel gebracht: den Verkauf des Dienstes an ein US-Unternehmen. Doch nachdem Microsoft zunächst Interesse bekundet hatte, dann aber die Verhandlungen abbrach, gibt es mit Oracle nur noch einen bekannten Kandidaten – der jedoch nur als Technologiepartner fungieren soll. Gegenüber heise online erklärte eine TikTok-Sprecherin, dass eine solche Kooperation das US-Geschäft vom Rest trennen könnte. Der US-Partner würde in einem solchen Szenario nicht nur die TikTok-Infrastruktur innerhalb der USA betreiben, sondern auch die Daten der US-Nutzer verwalten.

Darüber hinaus verweist das Unternehmen, das zum chinesischen Technologieunternehmen ByteDance gehört, darauf, dass man auch die Überprüfung der Programmcodes sowie Audits durch Dritte angeboten habe. Dennoch lehnte US-Präsident Trump einen solchen Ausweg ab – wissend, dass ByteDance seinen Dienst nicht ohne die Zustimmung der chinesischen Regierung verkaufen kann. Die entsprechende Export-Beschränkung gilt seit Ende August und ist eine direkte Reaktion des chinesischen Handelsministeriums auf die US-Pläne.

TikTok setzt aber nicht nur auf mögliches gemeinsames Vorgehen mit Facebook und Instagram. Auch den Rechtsweg wolle das Unternehmen beschreiten, so das Unternehmen gegenüber heise online. „Wir werden weiter rechtlich gegen die Executive Order vorgehen, die ohne ordentliche Prozesse erlassen wurde“, so eine Sprecherin.

(pbe)