Spiegelloses Vollformatsystem Canon EOS R: Neue Objektive mit Extrem-Brennweiten

Mit den neuen EOS-R-Kameras hat Canon auch weitere Objektive für das System angekündigt. Der Hersteller setzt auf viel Brennweite und große Blendenzahlen.

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(Bild: Canon)

Von
  • Sophia Zimmermann

Gleich vier neue Objektive hat Canon für sein spiegelloses Vollformatsystem rund um die EOS-R-Kameras angekündigt. Dabei bewegt sich der Hersteller durchaus in Extremen und setzt auf viel Brennweite bei großen Blendenzahlen.

Noch mehr Brennweite: Das Canon RF 800mm F11 IS STM bietet eine mit 800 Millimetern vergleichsweise lange Brennweite. Die maximale Lichtstärke liegt lediglich bei f/11.

(Bild: Canon)

Mit den Supertele-Festbrennweiten RF 600 mm und 800 mm richtet sich Canon an Wildlife- und Reisefotografen. Trotz ihrer enormen Brennweiten wiegen beide Objektive lediglich um die 1000 Gramm und bleiben (eingefahren) vergleichsweise kompakt. Beide Festbrennweiten sind zudem mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet und kompatibel mit den RF-Extendern.

Ihre kompakte Bauform "verdanken" die Optiken auch ihrer vergleichsweise kleinen maximalen Blendenöffnung von f/11. Damit dürfte Canon die Grenzen seines Autofokus-Systems ausreizen. Der Hersteller gibt allerdings an, dass der Autofokus der EOS-R-Kameras bis f/22 arbeitet. Vergleichbare Spiegelreflex-Schwestern wie die EOS 5D Mark IV stehen hier bei f/8.0.

Das RF 600 mm F11 IS STM will Canon für knapp 780 Euro anbieten, das RF 800 mm F11 IS STM soll etwa 1025 Euro kosten (bei 16 Prozent Mehrwertsteuer).

Das Canon RF 100-500mm F4.5-7.1L IS USM bietet sich als Allrounder für Sport- und Wildlife-Fotografie an.

(Bild: Canon)

Das RF 100-500mm F4.5-7.1L IS USM versteht sich auf die Disziplinen Wildlife- und Sportfotografie und knüpft als 5-fach-Telezoom an das lichtstärkere RF 70-200mm F2.8L IS USM an. Mit f/4.5 bis f/7.1 ist es zwar deutlich lichtschwächer, mit 1,5 Kilogramm dafür aber nicht sehr viel schwerer. Wie das 70-200-mm ist es stabilisiert und gegen Staub sowie Spritzwasser geschützt. Mit einem Preis von gut 3020 Euro (16 % MwSt) ist es ein wenig teuer als das RF 70-200mm.

Das Canon RF 85mm F2 MACRO IS STM richtet sich an Makro-Fotografen, eignet sich aufgrund seiner leichten Telebrennweite aber auch als Porträtobjektiv.

(Bild: Canon)

Mit dem RF 85mm F2 MACRO IS STM kündigt Canon außerdem eine Allrounder-Festbrennweite mit 85 Millimetern an. Makro-Aufnahmen erstellt es maximal im Maßstab 1:2 (Naheinstellgrenze: 35 Zentimeter). Dank seiner hohen Lichtstärke von f/2.0 eignet es sich außerdem für Porträt- und Beauty-Aufnahmen. Mit etwa 500 Gramm und einer Länge von 9 Zentimetern bleibt es dabei vergleichsweise kompakt. Für etwa 680 Euro (16 % MwSt) soll es in den Handel kommen.

Die EOS-R-Kameras mit ihrem Vollformatsensor richten sich gezielt an ambitionierte Fotografen und (Semi-)Profis. Sie fallen entsprechend etwas größer aus als die spiegellosen Systemkameras mit APS-C-Sensor und haben stets einen elektronischen Sucher. Technisch orientieren sie sich an den Spiegelreflexgeschwistern in derselben Preisklasse. Sie grenzen sich durch ihre umfangreiche Touch-Steuerung allerdings deutlich von diesen ab.

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Auffällig ist, dass Canon das R-System auch Objektiv-seitig schnell ausbaut. Anfangs konzentrierte sich der Hersteller auf Optiken mit hoher Lichtstärke und Bildqualität. Mittlerweile gesellen sich Objektive hinzu, die Kompromisse für Kompaktheit und Preis suchen. Mithilfe von Canon-eigenen Adapterlösungen passen auch die EF-Objektive der DSLR-Kameras an die Spiegellosen. Sie bringen mehr Brennweitenvielfalt und sind teils schon deutlich günstiger zu haben. Fremdhersteller beliefern das System eher zaghaft, hauptsächlich handelt es sich dabei manuelle Objektive.

(ssi)