Spielentwickler unter Windows enthalten Apples Metal-Tools

Ein neues Entwicklerkit soll Developern auf dem PC neue Märkte erschließen.

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(Bild: Apple)

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Apple hat erstmals Entwicklerwerkzeuge für seine hauseigene Grafikbeschleunigung Metal veröffentlicht, die unter Windows laufen. Damit wird es PC-Developern möglich, Apple-Plattformen wie Mac oder iPhone mit entsprechenden Optimierungen anzusprechen. Zuvor waren die Tools nur für macOS verfügbar gewesen.

Mit den neuen Metal Developer Tools (MDT) wird es möglich, von Windows 10 aus Elemente in der Metal Shading Language (MSL) zu kompilieren, aus denen dann sogenannte Metal Library Objekts (MLOs) werden, die unter macOS, iOS, iPadOS und tvOS verwendet werden können. Entwickler insbesondere aus dem Gaming-Bereich können ihren Code also auf Windows entwickeln und dann für Apple-Betriebssysteme ausspielen.

Das erleichtert die Arbeit deutlich, weil viele Entwicklerstudios ihre komplette Produktionskette – egal ob das gesamte Spiel oder einzelne grafische Assets – unter Windows handhaben. Mit den MDT können Compute Shader und andere Grafikelemente nun auf dem PC auch kompiliert werden.

Metal ermöglichst Entwicklern einen "nahezu direkten" Zugriff auf die GPUs von Mac, iPhone und iPad sowie tvOS-Geräten. Vorkompilierte Shader, Multithreading und eine genaue Ressourcenkontrolle sollen für mehr Grafikpower sorgen. Seit iOS 13 beziehungsweise tvOS 13 können auch eigene Compute-Commands mit einem Indirect Compute Encoding verwendet werden.

Die Metal Developer Tools für Windows bedeuten nicht, dass man komplette Spiele und grafikintensive Anwendungen für Apple-Plattformen nun ganz ohne Mac entwickeln könnte. So bleibt es dabei, dass ein Mac zum Testen der Apps sowie zum Signieren und Hochladen in Apples App Store notwendig ist. Eine Portierung nativer PC-Titel dürften die MDTs aber vereinfachen – insbesondere im Kontext der neuen ARM-Macs, die noch in diesem Jahr erscheinen sollen. Apple wird dann auf all seinen Plattformen nicht mehr auf Intel setzen. (bsc)