Spotify expandiert mit neuen Angeboten in 85 Länder

Audiostreamer Spotify ergänzt sein Angebot um weitere Sprachen. Für den deutschen Sprachraum gibt es ein Dutzend neue Podcasts.

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Spotify CEO Daniel Ek stellt seine Marktstrategie und Neuheiten vor.

(Bild: Spotify)

Von
  • Torge Löding

Spotify will weiter expandieren. Auf dem konzerneigenen Online-Event "Stream On Virtual" sagte CEO Daniel Ek, der Konzern wolle 85 neue Märkte in Asien, Afrika, der Karibik, Lateinamerika und Europa erschließen. "Nach diesem Rollout werden wir mehr als eine Milliarde Menschen auf der ganzen Welt erreichen", sagte Ek. Sein Dienst werde auch in 36 neuen Sprachen verfügbar, darunter Rumänisch, Hindi und Suaheli.

"Derzeit ist Spotify in etwa der Hälfte der Welt verfügbar, aber es gibt immer noch Millionen von Musikschaffenden und Milliarden von Hörern, die noch keinen Zugang zu Spotify haben", und fügte der Manager hinzu. Details möchte er in Kürze veröffentlicht.

In den neuen Spotify-Ländern werden Nutzer kostenlose wie kostenpflichtige Abos abschließen können. Fast das gesamte Angebot werde sowohl auf mobilen Geräten als auch auf dem Desktop-Webplayer verfügbar sein. Das Unternehmen wird mit Partnern zusammenarbeiten, um Spotify in den kommenden Monaten auf weiteren Plattformen einzuführen – darunter TV-Geräte, Lautsprecher, Wearables und Autos.

Nutzer werden in der Lage sein, aus dem weltweiten Spotify-Katalog auszuwählen und zu suchen; dabei könne es aber zu Einschränkungen durch Lizenzrechte kommen. "Nicht überall sind alle Inhalte verfügbar. Aber wir arbeiten kontinuierlich mit lokalen Rechteinhabern und Partnern zusammen wird, um den Katalog um mehr lokale Angebote zu erweitern", sagte Ek auf seiner Online-Veranstaltung.

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Zur neuen Expansionsstrategie Spotifys gehören neue Podcasts, darunter zwölf neue Titel in deutscher Sprache. Zum Beispiel FOMO, ein fünfminütiges Nachrichtenformat für eine jüngere Zielgruppe. Gemeinsam mit der Wochenzeitung Die Zeit produziert Spotify zudem die tägliche Rückschau um ein Jahrzehnt unter dem Titel "An diesem Tag". Auf Englisch kommen ebenfalls neue Angebote hinzu, darunter "Renegades", ein mehrteiliger Podcast mit Ex-Präsident Barack Obama und Altrocker Bruce Springsteen.

An der Podcast-Strategie des Branchenriesen gibt es auch Zweifel. Im Analysten-Magazin Motley Fool vergleicht der Finanzexperte Brett Schafer die Podcast-Industrie mit Streaming-TV von vor zehn Jahren. "Bei On-Demand-Audio bleibt der Hörer linear mehrere Stunden online; ein Trend, der sich im nächsten Jahrzehnt fortsetzen dürfte". Egal, ob Spotify diese Inhalte hinter eine Bezahlschranke stecke, sie mit Werbung versehe oder beides, das Unternehmen kann führend bei der Monetarisierung der Podcasting-Branche sein.

Doch zuerst muss es die meisten Hörer noch für sich gewinnen. Aus diesem Grund sollten Investoren den Prozentsatz der Nutzer, die sich mit Podcast-Inhalten auf Spotify beschäftigen, genau verfolgen. Und dieser Prozess ist langwierig, weshalb die Investition nicht unbedingt lohnend sei.

(tol)