Spuren außerirdischer Zivilisationen: NASA gibt wieder Geld für ein SETI-Projekt

Sind wir alleine? US-Forscher wollen nun prüfen, wie man am Himmel nach Spuren außerirdischer Zivilisationen fahnden könnte. Dafür gibt's Geld der NASA.

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(Bild: NASA/JPL-Caltech)

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Zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren unterstützt die US-Weltraumagentur NASA finanziell ein Projekt zur direkten Suche nach außerirdischem intelligenten Leben. Mit dem Geld wollen Forscher verschiedener US-Hochschulen herausarbeiten, wie Astronomen in den Signalen von fernen Welten nach Spuren von Solarpaneelen und atmosphärischer Verschmutzung suchen können. Insgesamt bekommt das Team um Adam Frank von der University of Rochester dafür knapp 290.000 US-Dollar über einen Zeitraum von zwei Jahren, berichtet The Register.

Wie die Wissenschaftler nun erläutern, haben Forscher seit der immer weiter an Fahrt aufnehmenden Entdeckung von fernen Exoplaneten viel Aufmerksamkeit darauf verwendet, Spuren einfachster Lebensformen auf anderen Welten zu entdecken. "Aber was, wenn es auf einem fremden Planeten intelligentes Leben gibt, das eine technologische Zivilisation aufgebaut hat?", fragen sie nun. Solch eine Zivilisation könnte statt "Biosignaturen" "Technosignaturen" aufweisen, die eventuell leichter nachzuweisen seien. Für ihre Studie ""Characterizing Atmospheric Technosignatures" wollen sie sich anfangs auf zwei mögliche konzentrieren.

So wollen sie prüfen, ob Technik zur Umwandlung von Solarenergie Spuren hinterlässt, die man aus großer Entfernung nachweisen könnte. Immerhin gehörten Sterne zu den stärksten Energiegeneratoren im Universum und diese Energie zu nutzen, "wäre auch für andere Zivilisationen sehr naheliegend". Licht, das von einem Planeten reflektiert wird, auf dem sehr viele Solarpaneele installiert sind, hätte eine ganz bestimmte spektrale Signatur, meinen sie und wollen Astronomen aufzeigen, wonach sie suchen könnten. Außerdem wollen sie ermitteln, wie sie von bestimmten Gasen in fremden Atmosphären auf intelligentes Leben und industrielle Zivilisationen schließen könnten. Das könnten etwa Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sein.

Die Suche nach außerirdischen Intelligenzen (SETI) ist ein keineswegs neuer Bereich der Astronomie, wenn auch ein oft sehr skeptisch beäugter. Seitdem aber immer mehr Exoplaneten entdeckt werden und darunter auch viele, auf denen erdähnliches Leben möglich sein könnte, dürfte sich das ändern. Der SETI-Forschung helfen diese Entdeckungen bei der Beantwortung der oft wichtigsten Frage, wo man überhaupt suchen soll: "Das Spiel hat sich verändert", meint Frank: "Wir wissen jetzt, wo wir nachgucken müssen." Die nun zu erarbeitenden Techniken sollen in einer Bibliothek zusammengetragen werden und Astrophysikern bei der Analyse von Signalen helfen.

(mho)