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Überwachung mit KI: Ratten bald nicht mehr unentdeckt

Wenn Ratten ihre Nase überall hineinstecken, ist künftig eine Kamera auf sie gerichtet.

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Ratte

Eine Ratte verschafft sich unbefugt Zutritt zu einem Ort mit schimmeligem Getränk. Mit dem System könnte man die Ratte rechtzeitig vergrämen und sie vor einer Vergiftung bewahren.

(Bild: Rentokil)

Von
  • Marie-Claire Koch

Menschen sind nicht mehr genug: Der weltgrößte Schädlingsbekämpfungskonzern Rentokil will jetzt auch Nagetiere mit Gesichtserkennung überwachen. Die Videos der Ratten soll das Überwachungssystem von Rentokil "PestConnect" zur Echtzeitanalyse live an seine Kommandozentrale schicken, wie zuerst die Financial Times berichtete. Dabei soll eine künstliche Intelligenz Ratten und andere Nager erkennen und gegen sie vorgehen – unter anderem mit Sensortechnologie. Gerade in der Coronakrise hatten viele Tiere Zeit, sich in ungenutzten Bürogebäuden eine Bleibe zu organisieren – samt Hab und Gut. Doch das missfällt der Gattung Mensch. Trotzdem sind Fallen wie giftige Köder glücklicherweise nicht immer eine Option. Daher arbeitet Rentokil für sein Schädlingsmonitoring nach eigenen Angaben schon länger an der Gesichtserkennung.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Das System könne erkennen, ob immer das gleiche Tier an derselben Stelle sein Unwesen treibt, oder ob es sich bei den Schädlingen um eine Gang handelt, die jedes Mal ein anderes Tier vorschickt. Und beim Datenschutz könnte es einen langen (Ratten-)Schwanz an Bedenken geben. Damit droht den Ratten die totale Überwachung – wann und wo sie essen, schlafen und vieles mehr. Kurzum: der Nachtmahr des Privatsphäre liebenden Bürgers oder der Maus. Wer sich im System auffällig zeigt, wird kaltgestellt. Bei wem eine Vergrämung, etwa mit Ultraschall, nicht fruchtet, dem droht der Exitus. Dem Unternehmen gehe es nicht zwangsläufig darum, die Tiere in den Tod zu treiben. Schadnager wolle man lieber wirksam fernhalten.

Mit dem Kauf des größten israelischen Schädlingsbekämpfungsunternehmens Eitan Amichai Pest Management IPM Ltd. im Dezember erhofft sich Rentokil eine noch bessere Überwachung der Schädlinge. Zu den Kunden von IPM gehören Coca-Cola, McDonalds, Heineken, KFC, Pizza Hut, Google und weitere. Mit neuen Technologien würden demnach eigene Studien erweitert, um das Projekt zu standardisieren und in Serienproduktion zu gehen. Ob das Ganze ausartet und Rentokil bald erfolgreicher ist, als der Rattenfänger von Hameln, wird sich zeigen🐁

(mack)