Stärkster Einbruch seit 2008: Minus bei allen DRAM-Herstellern

Die eingebrochene Elektroniknachfrage zeigt sich deutlich bei Speicherherstellern. Der Umsatz mit DRAM-Chips brach durchschnittlich um fast ein Drittel ein.

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(Bild: c't)

Sämtliche Hersteller von DRAM-Bausteinen mussten in den vergangenen Wochen einen erheblichen Umsatzeinbruch hinnehmen, nachdem die Nachfrage nach PCs, Smartphones und anderen Geräten schlagartig gesunken war. Mit Einbußen von bis zu 41 Prozent dürfte die Speicherindustrie mit am stärksten von der Rezession betroffen sein.

Das auf Speicher spezialisierte Marktforschungsteam von Trendforce schlüsselt die Umsätze aller großen DRAM-Hersteller und einige kleinere für das dritte Quartal 2022 auf. Die Rede ist von dem stärksten Umsatzeinbruch seit der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008. Die Angaben sind teils detaillierter als in den Geschäftsberichten der Firmen; Samsung etwa gibt nur aufaddierte Zahlen für DRAM und NAND-Flash an, aber keine einzelnen Werte.

Rund die Hälfte seines Speicherumsatzes machte Samsung im dritten Quartal demnach mit DRAM – dieser brach nur binnen dreier Monate von 11,1 Milliarden auf 7,4 Milliarden ein. Bei SK Hynix und Micron ist das Minus nicht ganz so groß; im Falle von Micron allerdings, weil sich Trendforce am Geschäftsquartal orientiert, das früher endete als das Kalenderquartal.

Umsätze nach Speicherhersteller aufgeschlüsselt. Das durchschnittliche Minus im dritten Quartal lag bei fast einem Drittel.

(Bild: Trendforce)

Die stärksten Rückgänge hatten die taiwanischen Hersteller Nanya und PSMC mit 41 beziehungsweise 40 Prozent zu verbuchen. Der Anteil von Consumer-DRAM, etwa für Smartphones, soll bei diesen Firmen besonders hoch sein. Bei Servern war der Nachfragerückgang nicht so ausgeprägt, allerdings soll er sich laut Trendforce inzwischen auch dort bemerkbar machen.

Praktisch alle Speicherhersteller reduzieren ihre Investitionen, um den Ausbau der eigenen Produktion zu verlangsamen und so der Überproduktion entgegenzuwirken. Unter den drei größten Herstellern soll Micron im Jahr 2023 das niedrigste Produktionswachstum verzeichnen.

Hierzulande resultieren die niedrigen Kosten für DRAM-Bausteine in anhaltend günstigen DDR4-Riegeln. 16 GByte DDR4-3000 etwa gibt es schon ab 45 Euro – Mitte 2021 lagen die Kosten noch bei mehr als 80 Euro. Die Preise von DDR5-Kits sinken allmählich – sie benötigen DRAM-Bausteine mit höheren Taktfrequenzen als DDR4-Riegel und zusätzliche Power-Management-Schaltungen (PMICs).

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