Stage Manager auf dem iPad: Apple-Softwareboss verteidigt Hardware-Anforderungen

Craig Federighi meint, nur die M1-iPads können die Leistung für den Stage Manager erbringen. Andere iPads werden die Fenster-Funktion darum nicht nutzen können.

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Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es sind größenverstellbare Fenster auf dem iPad!

(Bild: Apple / Screenshot WWDC-2022-Keynote)

Von
  • Ben Schwan

Apple hat sich erneut dafür gerechtfertigt, dass eine lange erwartete Fenster-Funktion fürs iPad nur auf neuen und teuren Modellen des Tablets laufen soll.

Nachdem der Konzern bereits ein offizielles Statement abgegeben hatte, warum das Stage Manager genannte Feature mindestens iPad Pro M1 (11 und 12,9 Zoll) oder iPad Air 5 (ebenfalls mit M1-Chip) benötigt, äußerste sich in einem Interview nun Apples Softwarechef Craig Federighi höchstpersönlich zu der Frage. Das zeigt, dass dem Konzern durchaus bewusst ist, welche Brisanz die Entscheidung hat.

Apple hatte sich entschieden, die Möglichkeit, Fenster auf dem iPad zu verwenden, mit einer speziellen Window-Management-Funktion zu kombinieren. Deren Grundlagen stammen offenbar aus macOS und sind schon sehr alt. Stage Manager lässt sich in der aktuellen Betaversion von iPadOS 16 aktivieren, in dem man einen Schalter im Kontrollzentrum betätigt – aber eben nur auf besagten drei Tablet-Modellen. Der Konzern hat für das Feature offenbar sehr hohe Ansprüche, wie Federighi betonte.

Im Gespräch mit dem IT-Blog TechCrunch sagte Federighi nun, nur die M1-iPads hätten die notwendige Systemleistung für Stage Manager. Diese kombinierten "die hohe DRAM-Kapazität mit NAND-Modulen sehr hoher Kapazität und hoher Leistungsfähigkeit, die unsere virtuelles Memory-Swapping superschnell macht". Praktisch heißt das, dass sich zwischen acht Apps hin und her schalten lasse, die dann "unverzüglich responsiv" seien und "sehr viel Speicher" zur Verfügung hätten. "Diese Möglichkeiten haben wir auf anderen Systemen einfach nicht."

Unumstritten ist Stage Manager allerdings keineswegs. Die Funktionalität gilt manchen Kritikern, die die Beta gesehen haben, als überladen und nicht sehr logisch. Ihnen hätte gereicht, wenn Apple einfach die Verwendung regulärer Fenster auf dem iPad erlaubt. Laut Federighi war das für Apple aber keine Option und auch die Grafikleistung der M1-iPads habe eine Rolle gespielt, dass sie externe Bildschirme mit allen Möglichkeiten erlaube. "Wenn man das alles zusammennimmt, können wir die volle Stage-Manager-Erfahrung auf keinem geringeren System ausliefern", so Federighi. "Natürlich würden wir sie gerne überall verfügbar machen. Aber das ist es eben, was man dafür braucht." Und Stage Manager wird laut Apples Softwareboss auch nicht verschwinden: "Das ist die Erfahrung, die wir in die Zukunft tragen werden." Man habe nicht gewollt, sein Design einzuschränken. "Wir setzen hier den Benchmark für die Zukunft." Apple will Stage Manager zudem auch auf Nicht-M1-iPads getestet haben – dort sei das Ergebnis aber unbefriedigend gewesen.

Update

Entwickler Steve Troughton-Smith ist aufgefallen, dass zumindest der günstigsten Version des iPad Air 5 die Virtual-Memory-Swap-Funktion, die laut Federighi Voraussetzung für Stage Manager ist, fehlt – trotzdem unterstützt es die Fensterfunktion. Eine Erklärung hierfür hat Apple noch nicht geliefert. Laut dem Hersteller ist Virtual-Memory-Swap, das es erlaubt, einzelnen Apps bis zu 16 GByte RAM zuzuweisen, auf dem iPad Air 5 erst ab der Version mit 256 GByte großem Speicherplatz verfügbar. Die Einsteigerversion des iPad Air 5, die ebenfalls Stage Manager unterstützen soll, hat aber nur 64 GByte.

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(bsc)