Stalking per AirTag: Opfer reichen Sammelklage gegen Apple ein

Zwei Frauen haben Apple in den USA verklagt, nachdem sie von ihren Ex-Partnern getrackt worden waren. Die Schutzvorkehrungen seien "völlig unzureichend".

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AirTag

(Bild: tre / Mac&i)

Von
  • Leo Becker

Stalking per AirTag hat in den USA zu einer ersten Klage gegen Apple geführt: Zwei Frauen werfen dem Hersteller vor, ein "gefährliches Produkt" zu vertreiben und damit fahrlässig zu handeln. Die beiden Klägerinnen waren der Gerichtseingabe zufolge selbst Opfer von Stalking: Ein Ex-Partner habe einen AirTag am Auto angebracht, um den neuen Wohnort in Erfahrung zu bringen, heißt es in der Klageschrift. Die zweite Klägerin sei von ihrem "entfremdeten Ehemann" mit einem im Rucksack des Kindes versteckten AirTag überwacht worden (Hughes et al vs. Apple, Aktenzeichen 3:22-CV-07668, United States District Court for the Northern District of California).

Die Klage räumt ein, dass Apple zwar "Schutzmaßnahmen" gegen Stalking in AirTags integriert hat, doch diese seien "völlig unzureichend" und würden Personen nicht sofort vor dem Tracking warnen. Die Frauen fordern Schadenersatz in noch ungenannter Höhe. Die Klage soll als Sammelklage zugelassen werden, und so auch weitere Opfer von AirTag-Stalking einschließen.

Tracking mit AirTags habe bereits zu Mord geführt, führt die Klage an und verweist auf zwei Fälle in US-Bundesstaaten. Ein Ex-Partner habe auf diese Weise seine ehemalige Freundin getrackt und dann erschossen. Eine Frau in Indiana habe ihren Ex-Freund mit einem im Auto versteckten AirTag bis zu einer Bar verfolgt und später überfahren.

AirTags senden ein Bluetooth-Signal aus, das praktisch alle Apple-Geräte in der Umgebung erkennen. Sie leiten dann die Standortdaten an Apples Server weiter. Ein Public-Key-Verschlüsselungsverfahren sorgt dafür, dass ausschließlich der Besitzer des AirTags den Standort einsehen kann, weil nur dessen iPhone die öffentlichen und privaten Keys kennt. In größeren Städten ist dadurch ein relativ genaues Tracking möglich. iPhones warnen davor, wenn fremde AirTags längere Zeit in unmittelbarer Umgebung sind. Die Warnung erfolgt aber oft erst bei Erreichen des eigenen Zuhauses – zu diesem Zeitpunkt kennt dann allerdings auch der Trackende den Ort.

Der Hersteller hat Anfang des Jahres eingeräumt, dass AirTags auch für kriminelle Zwecke missbraucht werden können, die Vorfälle seien aber selten. Weitere Schutzmechanismen sollen das ungewollte AirTag-Tracking erschweren, kündigte Apple an, setzte davon bisher aber nur einen Teil um.

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(lbe)