Stalking per Apple AirTag: Berichte über Missbrauch reißen nicht ab

Die Warnung eines Models vor ungewolltem AirTag-Tracking hat eine neue Debatte über mangelnde Schutzfunktionen des iPhone-Accessoires ausgelöst.

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AirTags und iPhone

AirTags als Schlüsselfinder.

Von
  • Leo Becker

Berichte über Stalking per AirTag sorgen weiter für Aufsehen, erstmals hat sich dabei eine Prominente öffentlich zu Wort gemeldet: Sie sei nach abendlichen Barbesuchen in Manhattan auf dem Heimweg von ihrem iPhone auf ein unbekanntes Objekt hingewiesen worden, das ihren Aufenthaltsort weitergibt, berichtet das Sports-Illustrated-Model Brooks Nader. Es habe sich dabei um ein fremdes AirTag gehandelt, das in ihrer Jackentasche steckte. Die Warnung sei allerdings wohl erst nach mehreren Stunden erfolgt und erst erschienen, als sie sich allein auf dem Heimweg befunden habe, so Nader.

Sie wolle nach ihrer persönlichen Erfahrung nun andere davor warnen, dass sie möglicherweise von solchen kleinen Objekten getrackt werden könnten, erläuterte Nader in einer Instagram-Story, sie habe AirTags bis zu dem Vorfall noch gar nicht gekannt. Der Bericht wurde von mehreren US-Medien aufgegriffen, darunter Sports Illustrated.

c't-3003-Video über Airtag-Stalking

In den vergangenen Wochen sorgten Berichte über die Zweckentfremdung von AirTags für Stalking und als Hilfsmittel für Autodiebe immer wieder für Aufsehen – besonders US-Lokalsender scheinen das als neues Thema gefunden zu haben. Apple betonte gegenüber US-Medien erneut, man nehme die Sicherheit der Kunden sehr ernst und verwies lediglich auf die integrierten Schutzfunktionen des Accessoires. Betroffene sollten sich an die Polizei wenden. AirTags sind mit der Apple-ID des Besitzer-iPhones verknüpft, wie viele Anfragen von Strafverfolgern bislang an Apple gestellt wurden, bleibt unklar. Offen ist auch, ob die bald seit einem Jahr erhältlichen AirTags besonders häufig für Stalking eingesetzt werden oder Stalking erstmals in breiterer Form auffällt, weil (zumindest) iPhones davor warnen.

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AirTags sind in Apples "Wo ist?"-Netzwerk eingebunden und lassen sich mithilfe fremder iPhones lokalisieren – in Städten und an anderen belebten Orten funktioniert das gewöhnlich recht präzise. iPhones blenden automatisch einen Warnhinweis ein, wenn sich in "Wo ist?" integrierte Objekte über einen bestimmten Zeitraum mit dem Nutzer fortbewegen. Für Android-Nutzer gibt es zwar eine Apple-App, um nach AirTags & Co scannen zu können, dem Betriebssystem fehlt aber eine automatische Hintergrunderkennung.

(lbe)